Ex ib ist ein Schutzniveau der Eigensicherheit für elektrische Geräte und Stromkreise in explosionsgefährdeten Bereichen, in denen während des normalen Betriebs explosionsfähige Gasatmosphären auftreten können. Ziel dieser Schutzart ist es, elektrische und thermische Energie so zu begrenzen, dass Funken, Lichtbögen oder heiße Oberflächen die Umgebung unter festgelegten Bedingungen nicht entzünden können.
Anders als die druckfeste Kapselung, die eine innere Explosion einschließt, verhindert die Eigensicherheit bereits die Verfügbarkeit von Zündenergie. Sie eignet sich daher besonders für Messgeräte, Sensoren, Transmitter, tragbare Geräte, Steuerstromkreise, Kommunikationsschnittstellen mit geringer Leistung, Messschleifen und Feldgeräte in Prozessanlagen, Chemiebereichen, Raffinerien, Tanklagern, Versorgungsanlagen und industrieller Automatisierung.
Qualität beginnt mit Zündvermeidung
Das Qualitätsziel einer Ex-ib-Auslegung besteht nicht nur darin, dass das Gerät elektrisch funktioniert. Es muss im normalen Betrieb und unter den für dieses Schutzniveau geforderten Fehlerbedingungen nicht zündfähig bleiben. Jeder Stromkreis, jedes Bauteil, jeder Leiter, jede Gehäuseschnittstelle, Klemme, Batterie, Steckverbindung und jedes zugehörige Betriebsmittel ist daher als Teil eines Systems zur Beherrschung des Zündrisikos zu bewerten.
Qualitätsnormen betrachten deshalb mehr als die übliche Produktleistung. Sie prüfen, ob das Gerät Spannung, Strom, Leistung, gespeicherte Energie, Oberflächentemperatur und Fehlerenergie begrenzen kann, bevor diese Werte in einer definierten explosionsfähigen Atmosphäre gefährlich werden.
Deshalb benötigen Ex-ib-Produkte eine zertifizierte Konstruktion, kontrollierte Fertigung, dokumentierte Bewertung, korrekte Kennzeichnung und geprüfte Installation. Ein Gerät ist nicht allein deshalb eigensicher, weil es mit niedriger Spannung oder geringer Leistung arbeitet.

Normenrahmen für die Konformität
Allgemeine Geräteanforderungen
Allgemeine Explosionsschutzanforderungen legen fest, wie Ex-Geräte gebaut, geprüft, gekennzeichnet und dokumentiert werden. Sie betreffen Gerätegruppen, Temperaturklassen, Kennzeichnungsformat, mechanische Ausführung, Umgebungsbedingungen, Anleitungen und Zertifikatsbedingungen.
Für Hersteller und Käufer bedeutet dies, dass Qualität in der Produktidentität sichtbar sein muss. Die Kennzeichnung muss Schutzkonzept, Gasgruppe, Temperaturklasse, Geräteschutzniveau, Zertifikatsreferenz und gegebenenfalls besondere Verwendungsbedingungen zeigen.
Anforderungen der Eigensicherheit
Die Eigensicherheitsnorm beschreibt, wie Stromkreise nicht zündfähig gehalten werden. Sie behandelt elektrische Parameter, Funken- und thermische Zündgefahr, Trennabstände, Schutzbauteile, Energiespeicherung, Batterien, Transformatoren, Optokoppler, Halbleiter, Steckverbinder und zugehörige Betriebsmittel.
Bei Ex ib muss der Stromkreis das geforderte Schutzniveau unter der definierten Fehlerbedingung erfüllen. Die Auslegung darf sich nicht auf Annahmen oder Benutzerverhalten stützen, sondern muss durch Berechnung, Bewertung, Bauteilauswahl, Konstruktionsregeln und Prüfungen nachgewiesen werden.
Installations- und Systemnormen
Eigensicherheit ist häufig ein Systemkonzept. Feldgerät, Kabel, Barriere, Isolator, Erdung, Klemmenblock und Leitstellenanschluss müssen zusammenpassen. Installationsnormen regeln, wie eigensichere Stromkreise verlegt, getrennt, gekennzeichnet, geerdet und gewartet werden.
Ein zertifiziertes Feldgerät kann falsch installiert sein, wenn das zugehörige Betriebsmittel nicht passt, Kabelparameter die zulässigen Werte überschreiten oder eigensichere Leitungen mit nicht eigensicheren Stromkreisen vermischt werden.
Regionale Zertifizierungssysteme
Projekte können IECEx, ATEX, UKCA, nordamerikanische Zulassungen für Gefahrenbereiche oder andere lokale Systeme erfordern. Dasselbe technische Konzept kann mit unterschiedlichen Zertifikatsformaten, Kennzeichnungsvorschriften, Prüfanforderungen und rechtlichen Pflichten erscheinen.
Die Qualitätsprüfung muss daher sowohl die technische Norm als auch den Zielmarkt einbeziehen. Ein Produkt, das für ein Zertifizierungssystem geeignet ist, kann für eine andere Region zusätzliche Unterlagen oder Zulassungen benötigen.
Schutzniveau und Bereichseignung
Ex ib wird im Allgemeinen dort verwendet, wo ein hohes Schutzniveau erforderlich ist, häufig in Gasbereichen der Zone 1 und bei Geräten mit EPL Gb. Praktisch bedeutet dies, dass die Atmosphäre nicht dauerhaft explosionsfähig ist, explosionsfähiges Gas aber im normalen Betrieb auftreten kann.
Ex ib darf nicht mit Ex ia oder Ex ic verwechselt werden. Ex ia bietet ein höheres Niveau der Eigensicherheit und kann bei entsprechender Zertifizierung für strengere Zonen geeignet sein. Ex ic bietet ein niedrigeres Niveau und wird meist weniger gefährlichen Bedingungen zugeordnet. Das richtige Niveau muss zur Zoneneinteilung passen.
Die Bereichseignung ergibt sich aus Zoneneinteilung, Gasgruppe, Temperaturklasse, Geräteschutzniveau, Installationsmethode und vollständiger Schleifenbewertung. Die Kennzeichnung am Produkt ist nur ein Teil der Entscheidung.
| Schutzniveau | Typische Eignung für Gasbereiche | Fehlerannahme | Wichtigster Qualitätsaspekt |
|---|---|---|---|
| Ex ia | Häufig für Zone 0, Zone 1 und Zone 2, wenn entsprechend zertifiziert. | Für höhere Fehlertoleranz ausgelegt. | Maximale Zündvermeidung für die anspruchsvollste Exposition. |
| Ex ib | Üblicherweise mit Anwendungen in Zone 1 und Zone 2 verbunden. | Muss unter der geforderten Einzelfehlerbedingung sicher bleiben. | Richtige Energiebegrenzung, zertifizierte Parameter und Installationskompatibilität. |
| Ex ic | Üblicherweise mit Anwendungen in Zone 2 verbunden. | Vor allem auf Schutz im normalen Betrieb ausgerichtet. | Nur verwenden, wenn die Gefahrenbereichseinstufung es zulässt. |
Anforderungen an energiebegrenzende Auslegung
Spannungs- und Strombegrenzung
Kern der Eigensicherheit ist die Begrenzung von Spannung und Strom im Stromkreis des Gefahrenbereichs. Dies kann durch Widerstände, Sicherungen, Zenerdioden, galvanische Trennung, Strombegrenzerschaltungen, geregelte Stromversorgungen oder zertifizierte zugehörige Betriebsmittel erreicht werden.
Qualität hängt von vorhersehbarem Verhalten bei Fehlern ab. Schutzbauteile brauchen passende Nennwerte, Zuverlässigkeit, Abstände und Fehlerannahmen. Gewöhnliche Auslegungsreserven reichen nicht aus, wenn Zündvermeidung das Ziel ist.
Begrenzung gespeicherter Energie
Kondensatoren und Induktivitäten können Energie speichern. Auch bei niedriger Versorgungsspannung kann gespeicherte Energie unter bestimmten Bedingungen als Funke entladen werden. Kapazität und Induktivität müssen daher sorgfältig bewertet werden.
Die Bewertung umfasst interne Bauteilwerte und externe Kabelparameter. Lange Kabel können Kapazität und Induktivität erhöhen, daher dürfen die zertifizierten Schleifenparameter bei der Installation nicht überschritten werden.
Kontrolle der Verlustleistung
Elektrische Leistung erzeugt Wärme. Diese kann in Widerständen, Halbleitern, Batterien, Spulen, Klemmen oder fehlerhaften Bauteilen auftreten. Die Auslegung muss sicherstellen, dass die Oberflächentemperatur unter den geforderten Bedingungen unter der zulässigen Temperaturklasse bleibt.
Deshalb ist die thermische Bewertung Teil der Qualitätskontrolle. Ein Stromkreis, der keinen Funken erzeugt, kann dennoch unsicher sein, wenn er eine zündfähige heiße Oberfläche erzeugt.
Zuverlässigkeit von Schutzbauteilen
Schutzbauteile müssen sorgfältig ausgewählt und angewendet werden. Schutzwiderstand, Sicherung, Diode, Optokoppler, Transformator oder Isolator dürfen nicht wie gewöhnliche Standardteile behandelt werden, ohne ihre Sicherheitsfunktion zu berücksichtigen.
Die Qualitätsprüfung soll Derating, Ausfallart, Zertifizierungseignung, Kriech- und Luftstrecken, Temperaturanstieg und die Frage prüfen, ob ein Bauteil nach den geltenden Regeln als unfehlbar oder sicherheitsbezogen gezählt werden darf.
Temperaturklasse und Oberflächensicherheit
Die Temperaturklasse ist eine der wichtigsten Kennzeichnungen an Ex-Geräten. Sie gibt die maximale Oberflächentemperatur unter definierten Bedingungen an. Das gewählte Gerät muss eine Temperaturklasse haben, die zur Zündtemperatur des am Standort vorhandenen Gases oder Dampfes passt.
Bei Ex-ib-Geräten muss die thermische Sicherheit im normalen Betrieb und in der geforderten Fehlerbedingung bewertet werden. Bauteile dürfen die zulässige Temperatur nicht überschreiten, selbst wenn ein Fehler in einem begrenzten Bereich mehr Verlustleistung verursacht.
Auch der Umgebungstemperaturbereich ist wichtig. Ein Gerät, das für einen bestimmten Bereich zertifiziert ist, ist ohne entsprechende Angabe im Zertifikat und in der Kennzeichnung nicht automatisch für heißere oder kältere Standorte geeignet.

Gasgruppe und Zündempfindlichkeit
Gasgruppen klassifizieren explosionsfähige Atmosphären nach Zündeigenschaften. Ein Gerät, das für eine anspruchsvollere Gasgruppe gekennzeichnet ist, kann für weniger anspruchsvolle Gruppen geeignet sein, muss aber anhand von Kennzeichnung und Zertifikat geprüft werden.
Bei Eigensicherheit beeinflusst die Gasgruppe die zulässige elektrische Energie. Leichter entzündliche Gase verlangen strengere Energiebegrenzung. Daher kann derselbe Stromkreis für eine Gasgruppe zulässig sein, für eine andere aber nicht.
Qualitätsnormen verlangen, dass Hersteller und Installateur die Produktkennzeichnung mit dem tatsächlichen Gefahrstoff am Standort abgleichen. Eine falsche Gasgruppenauswahl kann ein sonst zertifiziertes Produkt für die Anwendung ungeeignet machen.
Zertifizierte Parameter für Feldschleifen
Eingangs- und Ausgangswerte
Eigensichere Schleifen werden häufig mit Parametern wie maximaler Eingangsspannung, maximalem Eingangsstrom, maximaler Eingangsleistung, maximaler innerer Kapazität, maximaler innerer Induktivität und zugehörigen Ausgangsparametern des Betriebsmittels geprüft.
Diese Werte helfen zu bestimmen, ob Feldgerät, Kabel sowie Barriere oder Isolator sicher zusammen angeschlossen werden können. Die Schleife muss als vollständiges System bewertet werden, nicht als getrennte zugelassene Einzelteile.
Kabelkapazität und Kabelinduktivität
Kabel sind Teil der Sicherheitsberechnung. Ihre Kapazität und Induktivität können mit Länge und Bauart steigen. Wenn Kabelparameter ignoriert werden, kann die gesamte gespeicherte Energie den zertifizierten Grenzwert überschreiten.
Die Installationsdokumentation sollte Kabeltyp, Länge, Verlauf und berechnete oder spezifizierte Parameter erfassen, wenn dies erforderlich ist.
Kompatibilität zugehöriger Betriebsmittel
Barrieren und Isolatoren befinden sich oft im sicheren Bereich, sind aber mit Stromkreisen verbunden, die in den Gefahrenbereich führen. Sie müssen mit dem Feldgerät und den Stromkreisparametern kompatibel sein.
Eine Barriere macht nicht automatisch jeden Stromkreis eigensicher. Die gesamte Kombination muss die zulässigen Werte und Installationsregeln erfüllen.
Fertigung und Qualitätskontrolle
Kontrollierter Produktionsprozess
Zertifizierte Geräte müssen gleichbleibend gefertigt werden. Die Produktion muss sicherstellen, dass sicherheitsrelevante Teile, Leiterplattenlayout, Trennabstände, Bauteilnennwerte, Verguss, Steckverbinder, Etiketten und Gehäusematerialien der zertifizierten Auslegung entsprechen.
Bauteilersatz ohne Bewertung kann Sicherheitsannahmen ungültig machen. Selbst eine kleine Bauteiländerung kann Fehlerverhalten, Temperaturanstieg oder gespeicherte Energie beeinflussen.
Routineprüfung
Routineprüfungen können Sichtkontrollen, Etikettenprüfung, Bauteilprüfung, Leiterplatteninspektion, Gehäuseintegrität, Klemmenkontrolle, Isolationsprüfungen, Firmware-Versionskontrolle und Funktionsprüfungen umfassen.
Diese Kontrollen stellen sicher, dass jede Produktionseinheit der zertifizierten Auslegung entspricht und nicht nur der bei der Zertifizierung geprüfte Prototyp.
Rückverfolgbarkeit
Rückverfolgbarkeit verbindet jedes Produkt mit Produktionsunterlagen, Zertifikat, Bauteilchargen, Prüfergebnissen, Firmware und Qualitätsdaten. Das ist wichtig bei Feldproblemen, Rückrufen, Konstruktionsänderungen oder Zertifikatsänderungen.
Ohne Rückverfolgbarkeit ist schwer festzustellen, welche Einheiten von einem Produktions- oder Bauteilproblem betroffen sein können.
Änderungskontrolle
Jede Änderung an sicherheitsrelevanten Bauteilen, Leiterplattenlayout, Gehäusematerial, Batterietyp, Steckverbinder, Kabeleinführung, Firmware-Verhalten oder Kennzeichnung muss formal geprüft werden. Wenn sie die zertifizierte Auslegung betrifft, kann eine Zertifikatsänderung oder Neubewertung erforderlich sein.
Änderungskontrolle ist eine zentrale Qualitätsanforderung, weil Ex-Sicherheit von der exakt bewerteten Konstruktion abhängt.
Prüfung von Kennzeichnung und Dokumentation
Die Ex-Kennzeichnung muss klar, dauerhaft und mit dem Zertifikat übereinstimmen. Sie muss Schutzart, Gerätegruppe, Gasgruppe, Temperaturklasse, EPL, Zertifikatsnummer, gegebenenfalls Umgebungstemperaturbereich und besondere Bedingungen angeben.
Die Dokumentation sollte Installationsanweisungen, Sicherheitsparameter, Entitätsparameter, Schaltpläne, Wartungsgrenzen, besondere Verwendungsbedingungen, Umgebungsgrenzen und Reparaturbeschränkungen enthalten.
Für Endnutzer ist Dokumentation keine optionale Formalität. Sie ist Teil des Sicherheitssystems. Installateure nutzen sie, um Ort und Art der Verwendung festzulegen; Prüfer nutzen sie zur Konformitätsprüfung.

Qualitätsanforderungen an die Installation
Trennung von nicht eigensicheren Stromkreisen
Eigensichere Stromkreise müssen gemäß Installationsregeln von nicht eigensicheren Stromkreisen getrennt werden. Schlechte Trennung kann gefährliche Energie in den geschützten Stromkreis eintragen.
Die Trennung kann physische Abstände, Trennwände, eigene Kabelwege, gekennzeichnete Klemmen, blaue Verdrahtung, zertifizierte Barrieren oder zugelassene Installationsmethoden umfassen.
Erdung und Potentialausgleich
Einige Zenerbarrierensysteme benötigen zuverlässige Erdung. Galvanische Isolatoren können die Erdungsabhängigkeit verringern, dennoch müssen Erdung und Potentialausgleich für das Gesamtsystem geprüft werden.
Falsche Erdung kann den Schutz beeinträchtigen, Störungen verursachen oder unsichere Spannungsunterschiede zwischen Stromkreisen erzeugen.
Korrekte Kabeleinführungen und Klemmen
Kabelverschraubungen, Klemmenblöcke, Steckverbinder und Gehäuseeinführungen müssen zur Zertifizierung und Installationsumgebung passen. Ein zertifiziertes Gerät kann nicht konform werden, wenn ungeeignete Kabeleinführungen verwendet werden.
Installateure müssen Zertifikatsbedingungen, Umgebungsbewertung, mechanische Schutzanforderungen und Verdrahtungsregeln für Gefahrenbereiche einhalten.
Prüfung vor dem Einschalten
Vor dem Anlegen der Spannung sollte die Installation auf richtige Gerätekännzeichnung, Bereichseignung, Kabelverlauf, Barrierenkompatibilität, Schleifenparameter, Erdung, Trennung, Klemmenfestigkeit und verfügbare Dokumentation geprüft werden.
Diese Prüfung hilft, Fehler zu erkennen, bevor das System im Gefahrenbereich in Betrieb geht.
Einsatzbereiche dieses Schutzniveaus
Prozessinstrumentierung
Drucktransmitter, Temperatursensoren, Durchflussmesser, Füllstandinstrumente, Gasdetektoren und Messschleifen nutzen häufig Eigensicherheit, weil sie in Gefahrenbereichen oft Signale geringer Leistung benötigen.
Ex ib kann gewählt werden, wenn Bereichseinstufung und Schutzniveau es erlauben, besonders in Zone-1-Anwendungen mit robuster, aber praktischer Feldverdrahtung.
Schnittstellen der industriellen Automatisierung
SPS-Ein-/Ausgangsmodule, Signaltrenner, Kommunikationswandler, Bedienanzeigen und Steuerungsschnittstellen geringer Leistung können eigensichere Stromkreise verwenden, um Feldgeräte in Gefahrenzonen anzubinden.
Das System muss vom Schaltschrank bis zum Feldgerät einschließlich Kabeln und zugehörigen Betriebsmitteln bewertet werden.
Tragbare und handgeführte Geräte
Handprüfgeräte, tragbare Kommunikationsgeräte, Inspektionswerkzeuge, Kalibrierinstrumente und Wartungsgeräte können eine Ex-Zertifizierung benötigen, wenn sie in Gefahrenbereichen verwendet werden.
Batteriesicherheit, Gehäusehaltbarkeit, Ladebeschränkungen und Benutzeranweisungen sind bei tragbaren Geräten besonders wichtig.
Fernüberwachung und Telemetrie
Tanklager, Rohrleitungen, Chemikalienlager, Abwasseranlagen und Energiestandorte können Telemetriegeräte geringer Leistung in Gefahrenbereichen einsetzen. Eigensicherheit unterstützt Sensorkommunikation bei begrenztem Zündrisiko.
Drahtlose Geräte erfordern weiterhin sorgfältige Bewertung von Batterie, Antenne, Funkleistung, Gehäuse und Temperatur.
Häufige Nichtkonformitäten
Falsches Schutzniveau verwenden
Geräte, die nur für weniger anspruchsvolle Bereiche zertifiziert sind, in gefährlicheren Zonen einzusetzen, ist ein schwerer Fehler. Das Schutzniveau muss zur klassifizierten Zone und zum Gefahrstoff passen.
Zertifizierte und nicht zertifizierte Komponenten mischen
Das Ersetzen einer zertifizierten Barriere, eines Steckers, einer Batterie oder eines Kabelsatzes durch ein gewöhnliches Teil kann die Eigensicherheitsbewertung ungültig machen.
Kabelparameter ignorieren
Lange Feldkabel können Kapazität und Induktivität hinzufügen. Überschreiten diese Werte die zulässigen Parameter, erfüllt die Schleife möglicherweise nicht mehr die Sicherheitsanforderungen.
Besondere Verwendungsbedingungen übersehen
Zertifikate können besondere Bedingungen enthalten. Diese können Montageausrichtung, elektrostatisches Risiko, Stoßschutz, Umgebungstemperatur, Kabeleinführungen oder Wartungsbeschränkungen betreffen.
Unzureichende Kennzeichnungshaltbarkeit
Werden Kennzeichnungen unlesbar, können Prüfer und Wartungspersonal die Geräteeignung nicht mehr verlässlich bestätigen. Dauerhafte Kennzeichnung ist Teil der Qualitätskonformität.
Ex-ib-Qualität wird durch eine vollständige Kette belegt: zertifizierte Auslegung, kontrollierte Fertigung, richtige Kennzeichnung, kompatible Schleifenparameter, sachgerechte Installation und dokumentierte Prüfung.
Wartung und regelmäßige Verifikation
Wartung muss den zertifizierten Sicherheitszustand erhalten. Techniker dürfen Stromkreise, Bauteile, Batterien, Kabeleinführungen oder Leiterplatten nur dann ändern oder reparieren, wenn Zertifikat und Herstelleranweisungen dies erlauben.
Regelmäßige Inspektionen müssen bestätigen, dass Kennzeichnungen lesbar bleiben, das Gehäuse in akzeptablem Zustand ist, Kabelverschraubungen intakt sind, Klemmen fest sitzen, Barrieren korrekt sind, Leitungstrennung erhalten bleibt und keine Umweltschäden vorliegen.
Wird ein Gerät umgesetzt, wiederverwendet oder mit einem anderen System verbunden, muss die Schleifenbewertung wiederholt werden. Ein Gerät, das in einem Stromkreis geeignet ist, kann in einem anderen ungeeignet sein, wenn zugehörige Betriebsmittel oder Kabelparameter wechseln.
Häufige Fragen
Kann Ex-ib-Ausrüstung in Zone 0 verwendet werden?
Normalerweise nicht. Zone 0 erfordert bei Eigensicherheit üblicherweise ein höheres Schutzniveau wie Ex ia. Zertifikat, Kennzeichnung und Zoneneinteilung müssen immer geprüft werden.
Bedeutet niedrige Spannung automatisch Eigensicherheit?
Nein. Eigensicherheit hängt von zertifizierter Energiebegrenzung, Fehlerbewertung, Temperaturkontrolle, Konstruktionsregeln und Systemkompatibilität ab, nicht nur von niedriger Nennspannung.
Darf ein beschädigtes eigensicheres Gerät weiterverwendet werden?
Nein. Sichtbare Schäden, unlesbare Kennzeichnung, gerissenes Gehäuse, lose Klemmen oder Verdacht auf inneren Fehler müssen vor Wiederinbetriebnahme untersucht werden.
Warum werden Kabelparameter in Schleifenberechnungen einbezogen?
Kabel fügen Kapazität und Induktivität hinzu, die Energie speichern können. Der vollständige Stromkreis muss innerhalb der zertifizierten Grenzen des gewählten Feldgeräts und zugehörigen Betriebsmittels bleiben.
Wer sollte eine Ex-ib-Installation prüfen?
Die Prüfung sollte durch sachkundiges Personal erfolgen, das Gefahrenbereichseinteilung, eigensichere Schleifen, geltende Normen, Zertifikatsbedingungen und lokale Installationsregeln kennt.