Zone 1 ist ein Gefahrenbereich, in dem während des Normalbetriebs gelegentlich eine explosionsfähige Atmosphäre aus brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln auftreten kann. Praktisch bedeutet dies, dass der Bereich nicht wie Zone 0 als dauerhaft gefährlich eingestuft wird, aber auch nicht wie Zone 2 nur als Bereich mit anormalem Risiko betrachtet werden kann. Da unter zu erwartenden Prozessbedingungen ein zündfähiges Gemisch vernünftigerweise auftreten kann, müssen in Zone 1 installierte Geräte mit einem höheren Explosionsschutzniveau konstruiert, ausgewählt und gewartet werden.
Die Einstufung als Zone 1 ist üblich in Öl- und Gasverarbeitungsanlagen, chemischen Anlagen, Tanklagern, Kraftstoffbefüllsystemen, Bereichen zur Handhabung von Farben und Lösemitteln, Offshore-Plattformen, pharmazeutischen Produktionslinien sowie einigen Abwasserbehandlungsprozessen. In diesen Umgebungen können während normaler Betriebszyklen wie Befüllen, Entlüften, Mischen, Probenahme, Ablassen oder Verbinden und Trennen von Prozessleitungen brennbare Gase oder Dämpfe freigesetzt werden. Die Aufgabe der Bereichseinstufung besteht darin, das Zündrisiko zu verringern, indem passende Geräte und Installationsverfahren auf das tatsächliche Gefahrenniveau des Standorts abgestimmt werden.
Dieser Artikel erläutert, was Zone 1 bedeutet, wie die Einstufung erfolgt, welche Normen üblicherweise angewendet werden, welche Schutzklassen und Kennzeichnungen relevant sind und wo Geräte für Zone 1 typischerweise in der Industrie eingesetzt werden.
Was ist ein Gefahrenbereich Zone 1?
Nach dem zonenbasierten System zur Einstufung von Gefahrenbereichen, das von der IEC, IECEx, ATEX und vielen internationalen Projekten verwendet wird, werden gasförmige Atmosphären üblicherweise in Zone 0, Zone 1 und Zone 2 unterteilt. Zone 1 nimmt in diesem Risikomodell die mittlere Position ein. Sie beschreibt einen Bereich, in dem während des Normalbetriebs gelegentlich – jedoch nicht dauerhaft oder über lange Zeiträume – eine brennbare Gasatmosphäre auftreten kann.
Der Begriff Normalbetrieb ist von Bedeutung. Er bezieht sich nicht nur auf Fehlerzustände, Unfälle oder größere Geräteausfälle, sondern umfasst vielmehr zu erwartende Betriebssituationen wie Atmungsvorgänge von Tanks, Emissionen aus Pumpendichtungen, reguläre Ventilbetätigungen, Dampfabgabe in der Nähe von Befüllstellen oder andere prozessbedingte Emissionen, die während des regulären Anlagenbetriebs auftreten können. Wenn eine brennbare Atmosphäre nur unter seltenen anormalen Bedingungen zu erwarten ist, fällt der Bereich möglicherweise in Zone 2. Ist sie dauerhaft, häufig oder über lange Zeiträume vorhanden, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Zone 0.
| Gaszone | Grundbedeutung | Typisches Risikoniveau | Typische Geräteanforderung |
|---|---|---|---|
| Zone 0 | Explosionsfähige Gasatmosphäre ist dauerhaft, häufig oder über lange Zeiträume vorhanden | Höchste andauernde Exposition | Sehr hohes Schutzniveau |
| Zone 1 | Explosionsfähige Gasatmosphäre kann während des Normalbetriebs gelegentlich auftreten | Hohe, aber nicht dauerhafte Exposition | Hohes Schutzniveau für reguläre Prozessrisiken |
| Zone 2 | Explosionsfähige Gasatmosphäre ist im Normalbetrieb unwahrscheinlich und besteht – falls sie auftritt – nur kurze Zeit | Geringere Eintrittswahrscheinlichkeit | Erhöhter Schutz für seltene Risiken |
Zone 1 ist nicht einfach eine Kennzeichnung für „Gefahrenbereich“. Es handelt sich um eine formelle technische Einstufung, die bestimmt, welche Gerätetypen, Verkabelungsverfahren, Gehäuse, Inspektionsroutinen und Wartungspraktiken an diesem Standort zulässig sind.
Wie wird die Einstufung als Zone 1 ermittelt?
Die Zoneneinstufung basiert auf einer Risikobewertung und nicht auf Vermutungen. Ingenieure bewerten den betroffenen Stoff, die Art und Häufigkeit seiner Freisetzung, die Freisetzungsrate, die Lüftungsverhältnisse, die räumliche Anordnung und die wahrscheinliche Dauer, über die eine brennbare Atmosphäre bestehen kann. In vielen Projekten erfolgt dies im Rahmen einer Studie zur Gefahrenbereichseinstufung während der Vorplanung, der detaillierten Konstruktion oder bei Anlagenänderungen.
1. Freisetzungsquelle
Im ersten Schritt wird ermittelt, wo brennbare Gase oder Dämpfe entweichen können. Typische Quellen sind Pumpendichtungen, Kompressordichtungen, Flanschverbindungen, Entlüftungen, Probenahmestellen, Befüllarme, Öffnungen von Lagertanks, Sicherheitsventile und Prozessabläufe. Einige Quellen geben nur während Wartungsarbeiten oder Störungen Stoffe ab, andere hingegen intermittierend während der regulären Produktion. Eine Quelle, die während des gewöhnlichen Anlagenbetriebs brennbare Gase abgibt, ist ein starker Hinweis darauf, dass der umliegende Bereich als Zone 1 eingestuft werden muss.
2. Lüftung
Die Lüftung hat einen großen Einfluss auf die Einstufung. Starke und zuverlässige natürliche oder Zwangslüftung kann eine Freisetzung schnell verdünnen und die Größe oder Schwere des Gefahrenbereichs verringern. Schlechte Lüftung, geschlossene Räume, Gruben, Kanäle und Geräteräume können zur Ansammlung von Dämpfen führen, wodurch die Einstufung als Zone 1 wahrscheinlicher wird oder die Ausdehnung der Zone vergrößert wird. Aus diesem Grund kann derselbe Prozessanschluss im Freien und in Innenräumen unterschiedlich bewertet werden.
3. Freisetzungshäufigkeit und -dauer
Ferner wird berücksichtigt, ob die brennbare Atmosphäre dauerhaft, gelegentlich oder nur selten auftritt. Zone 1 ist mit gelegentlichem Auftreten im Normalbetrieb verbunden. Die Einstufung hängt daher eng mit dem tatsächlichen Verhalten der Anlage im Betrieb zusammen und nicht nur mit ihrer Darstellung auf Zeichnungen.
4. Stoffeigenschaften
Nicht alle Gase verhalten sich gleich. Dichte, Flammpunkt, Selbstentzündungstemperatur, Dampfdruck und Explosionsgrenzen beeinflussen alle die Einstufung. Wasserstoff, Acetylen, Kohlenwasserstoffe, Lösemittel, Alkohole und andere brennbare Stoffe können unterschiedliche Konstruktionsannahmen erfordern. Die Gasgruppe und Temperaturklasse des endgültigen Geräts müssen zudem mit dem am Standort vorhandenen Stoff übereinstimmen.
5. Anlagenlayout und Zündexposition
Die endgültige Ausdehnung von Zone 1 wird durch die Prozessanordnung, Höhenunterschiede, Ablaufwege, Kabelführungen, nahegelegene heiße Oberflächen und das Vorhandensein potenzieller Zündquellen beeinflusst. Einstufungszeichnungen definieren üblicherweise nicht nur die Zonenkategorie, sondern auch die dreidimensionale Begrenzung um Geräte, Laufstege, Module, Tanks und Zugangspunkte.
Zone 1 bezieht sich auf den Bereich – nicht nur auf das Produkt
Ein weitverbreitetes Missverständnis besteht darin, Zone 1 als Produkteigenschaft zu betrachten. Tatsächlich handelt es sich bei Zone 1 zunächst um eine Umgebungs-einstufung. Der Standort wird aufgrund der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer brennbaren Atmosphäre eingestuft. Erst nach der Bereichseinstufung wählen Ingenieure entsprechend zugelassene Geräte aus.
Das bedeutet, dass ein Telefon, eine Kamera, ein Leuchtfeuer, eine Anschlussdose, ein Druckknopfpanel, ein Lautsprecher, ein Netzwerk-Switch oder ein Motor für Zone 1 nicht grundsätzlich „überall sicher“ ist. Er ist nur dann geeignet, wenn seine Zulassung, Schutzart, Gasgruppe, Temperaturklasse, Umgebungstemperaturbereich, IP-Schutzart und Installationsbedingungen vollständig mit den Standortanforderungen übereinstimmen.
Ein korrekter Explosionsschutz in Gefahrenbereichen hängt von der gesamten Kette ab: Bereichseinstufung, Geräteauswahl, Kabeldurchführungen, Erdung, Abdichtung, Installationspraxis, Inspektion und Wartung.
Wichtigste Normen und rechtliche Rahmenwerke
Projekte für Zone 1 unterliegen in der Regel einer Kombination aus technischen Normen, Zertifizierungssystemen und lokalen Vorschriften. Das genaue Rahmenwerk hängt vom Installationsort des Systems ab, mehrere Referenzen sind jedoch in der internationalen Praxis wiederholt anzutreffen.
IEC-60079-Reihe
Die IEC-60079-Familie ist die zentrale technische Referenz für viele elektrische Projekte in Gefahrenbereichen. Verschiedene Teile decken unterschiedliche Lebenszyklusphasen ab:
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IEC 60079-10-1: Einstufung von Bereichen mit explosionsfähigen Gasatmosphären
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IEC 60079-14: Konstruktion, Auswahl und Installation elektrischer Geräte
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IEC 60079-17: Inspektion und Wartung von Anlagen
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IEC 60079-0: Allgemeine Anforderungen an Ex-Geräte
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IEC 60079-1, -7, -11, -18 und weitere: Detaillierte Anforderungen an spezifische Schutzarten wie Flammendichtheit, erhöhte Sicherheit, Eigensicherung und Verkapselung
Zusammen definieren diese Normen, wie ein Standort eingestuft wird, welche Ex-Schutzarten zulässig sind, wie Geräte gekennzeichnet werden müssen und wie die Anlage im Laufe der Zeit geprüft und gewartet werden soll.
IECEx
IECEx ist ein internationales Konformitätsbewertungssystem auf Basis von IEC-Normen für Geräte, die in explosionsfähigen Atmosphären eingesetzt werden. Es ist in globalen Projekten weit verbreitet, da es ein strukturiertes Zertifizierungsrahmenwerk bietet, das an die IEC-60079-Normen gebunden ist. IECEx ist besonders wertvoll für multinationale Ingenieur-, Beschaffungs- und Betriebsumgebungen, in denen eine einheitliche technische Grundlage über Ländergrenzen hinweg erforderlich ist.
ATEX
Im Europäischen Wirtschaftsraum ist das ATEX-Produktrahmenwerk zentral für die Vermarktung von Geräten für explosionsfähige Atmosphären. In der Praxis beziehen sich Ingenieure häufig gleichzeitig auf ATEX-Gerätekategorien, Zonengeeignetheit und Ex-Kennzeichnungen. Für Gasanwendungen in Zone 1 werden Geräte üblicherweise der Kategorie 2G zugeordnet, die einem entsprechend hohen Schutzniveau für diese Zone entspricht.
OSHA, NEC und nordamerikanische Praxis
In den Vereinigten Staaten und einigen zugehörigen Projekten werden Gefahrenbereiche je nach gewähltem Regelwerk entweder nach Klassen/Divisionen oder nach Zonen behandelt. Klasse I, Zone 1 bezieht sich auf brennbare Gase, Dämpfe und Nebel und entspricht in praktischer Hinsicht der internationalen Gaszoneneinstufung Zone 1. Terminologie, Kennzeichnungen und Zulassungsdetails können jedoch abweichen, daher dürfen Geräte nie ohne Prüfung der lokalen Normen und Zulassungsgrundlagen zwischen Rechtsräumen ausgetauscht werden.
Schutzklassen und Gerätekennzeichnungen für Zone 1
Wenn von „Zone 1-Klassen“ gesprochen wird, sind damit meist mehrere Merkmale zugleich gemeint: Zonengeeignetheit, Ex-Schutzart, Gasgruppe, Temperaturklasse, IP-Schutzart und Zertifizierungssystem. Diese Merkmale müssen gemeinsam betrachtet werden.
1. Geräteschutzlevel und Kategorie
Für Gasatmosphären werden Geräte für Zone 1 üblicherweise mit einem hohen Schutzlevel ausgewählt, das in IEC-typischer Kennzeichnung als Gb angegeben wird. In ATEX-basierten Projektsprachen entspricht dies in der Regel Geräten der Kategorie 2G. Grundsätzlich darf das Gerät im Normalbetrieb keine Zündquelle darstellen und auch unter zu erwartenden Fehlern oder Störungen im Rahmen der geltenden Schutzart ein hohes Sicherheitsniveau gewährleisten.
2. Übliche Ex-Schutzarten für Zone 1
Mehrere Schutzverfahren werden für Geräte in Zone 1 häufig angewendet:
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Ex d oder Ex db (flammdichtes Gehäuse): Hält eine interne Explosion zurück und verhindert die Übertragung von Flammen auf die umgebende Atmosphäre
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Ex e oder Ex eb (erhöhte Sicherheit): Verringert die Wahrscheinlichkeit von Lichtbögen, Funken oder übermäßig hohen Temperaturen im regulären Betrieb
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Ex i oder Ex ib (Eigensicherung): Begrenzt elektrische und thermische Energie, sodass unter definierten Fehlerzuständen keine Zündung erfolgen kann
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Ex m oder Ex mb (Verkapselung): Schließt zündfähige Bauteile in Harz oder ähnlichem Material ein
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Ex p-Systeme (Druckbelüftung): Hält die gefährliche Atmosphäre von zündfähigen Bauteilen fern, indem ein Schutzdruck aufrechterhalten wird
Die am besten geeignete Schutzart hängt vom Gerätetyp und der Betriebsumgebung ab. Ein Feldtelefon, Leuchtfeuer, eine Kamera, ein Lautsprecher, ein Rufsystem, ein Sensor, ein Steuerpanel oder ein Netzwerkgehäuse können selbst innerhalb derselben Zone-1-Anlage unterschiedlich geschützt sein.
3. Gasgruppe
Geräte für Zone 1 müssen zudem mit der vor Ort vorhandenen Gasgruppe kompatibel sein. In vielen industriellen Gasanwendungen verweisen Kennzeichnungen auf Gruppen wie IIA, IIB oder IIC. Ein für IIC zugelassenes Produkt ist in der Regel auch für die anspruchsvolleren Gasbedingungen innerhalb dieser Gruppenhierarchie geeignet, während ein nur für IIA zugelassenes Gerät möglicherweise nicht akzeptabel ist, wenn leicht zündbare Gase vorhanden sind. Umgebungen mit Wasserstoff oder Acetylen erfordern häufig strengere Gruppenanforderungen.
4. Temperaturklasse
Jedes Ex-Gerät verfügt über eine Klassifizierung der maximalen Oberflächentemperatur, die in Gasatmosphären häufig als T1 bis T6 angegeben wird. Die gewählte Temperaturklasse muss unter der Selbstentzündungstemperatur des gefährlichen Stoffes liegen. Beispielsweise hat ein mit T6 gekennzeichnetes Gerät eine niedrigere maximale Oberflächentemperatur als ein mit T3 gekennzeichnetes Gerät – ein entscheidender Faktor in Lösemittel-, Gas- und chemischen Prozessbereichen.
5. IP-Schutzart
Die IP-Schutzart, angegeben als Werte wie IP66 oder IP67, ist nicht identisch mit dem Explosionsschutz, spielt aber in Zone-1-Anwendungen dennoch eine große Rolle. Eine schlechte Gehäusedichtung kann dazu führen, dass Wasser, Staub oder korrosive Verunreinigungen ein zugelassenes Gerät beschädigen, die langfristige Zuverlässigkeit beeinträchtigen oder die sicheren Installationsannahmen ungültig machen. Außenprozessbereiche, Offshore-Decks, Tunnel, Versorgungskorridore, Reinigungsanlagen und korrosive chemische Einheiten erfordern häufig sowohl eine Ex-Zulassung als auch eine hohe Gehäuseschutzart.
| Kennzeichnungsmerkmal | Bedeutung | Relevanz für Zone 1 |
|---|---|---|
| Gb / 2G | Schutzlevel oder Kategorie für den Einsatz in Gasatmosphären | Zeigt die Eignung für Gasanwendungen in Zone 1 an |
| Ex db / eb / ib / mb / p... | Vom Gerät verwendete Schutzart | Bestimmt, wie das Zündrisiko gesteuert wird |
| IIA / IIB / IIC | Kompatibilität mit der Gasgruppe | Muss mit dem am Standort vorhandenen brennbaren Stoff übereinstimmen |
| T1-T6 | Klassifizierung der maximalen Oberflächentemperatur | Muss unter der Zündtemperatur des Gases liegen |
| IP66 / IP67 / IP68... | Widerstandsfähigkeit gegen Staub- und Wassereindringen | Gewährleistet Langlebigkeit unter rauen industriellen Bedingungen |
| Umgebungstemperaturbereich | Zugelassener Betriebstemperaturbereich | Wichtig für Wüsten-, Offshore-, Arktis- oder heißprozessbezogene Standorte |
Typische Geräte in Bereichen der Zone 1
Zone-1-Bereiche enthalten weit mehr als nur Beleuchtungen und Anschlussdosen. Moderne Industrieanlagen setzen häufig eine breite Palette zugelassener elektrischer und Kommunikationsgeräte ein, darunter:
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Explosionsgeschützte Industrietelefone und SIP-Telefone
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PA- und GA-Lautsprecher für Durchsagen und Notalarmierungen
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Handauslöser, Leuchtfeuer, Hupen und Alarmstationen
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Kameras und Überwachungsgeräte
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Feldinstrumente, Transmitter, Sensoren und Analysegeräte
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Lokale Bediengeräte, Druckknöpfe und Steuerpanels
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Motoren, Leuchten, Anschlussdosen und Kabelverschraubungen
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Netzwerkgeräte oder druckbelüftete Schränke für industrielle Kommunikation und Steuerung
Beispielsweise kann in Kommunikationssystemen ein Zone-1-Einsatz Ex-Telefone für Notrufstellen, Ex-Lautsprecher für anlagenweite Warnungen, Ex-Leuchtfeuer für visuelle Warnungen sowie Server oder Leitstellen in sicheren Bereichen umfassen, die über geeignete Barrieren, Schnittstellen oder zugelassene Netzwerkarchitekturen verbunden sind. Das Gerät im Gefahrenbereich ist nur ein Teil der gesamten Konformität.
Wo kommen Zone-1-Bereiche häufig vor?
Öl- und Gasanlagen
Kohlenwasserstoffverarbeitungseinheiten, Bohrlochbereiche, Kompressorstationen, Befüllmodule, Tankverteiler und Raffinerieprozesszonen enthalten häufig Zone-1-Bereiche. Dampffreisetzungen können während regulärer Übergabe, Entlüftung oder Prozessbetrieb auftreten, wodurch flammdichte, eigensichere oder anderweitig entsprechend zugelassene Geräte unerlässlich sind.
Chemische und petrochemische Anlagen
Reaktoren, Lösemittelhandhabungsleitungen, Mischstationen, Befüllstellen, Pumpenbereiche und Probenschränke können im regulären Betrieb gelegentlich explosionsfähige Gasatmosphären erzeugen. Geräte für Zone 1 werden üblicherweise für Prozesskommunikation, Alarmmeldungen, Instrumentierung und lokale Steuerfunktionen ausgewählt.
Offshore-Plattformen und maritime Energieanlagen
Offshore-Oberdecks, Bohrbereiche, Prozessmodule, Versorgungsmodule und geschlossene technische Räume sind häufig brennbaren Gasen ausgesetzt – zusätzlich zu Salznebel, Vibrationen und extremen Witterungsverhältnissen. In diesen Umgebungen sind hohe IP-Schutzarten, Korrosionsbeständigkeit, breite Umgebungstemperaturtoleranz und zuverlässige Ex-Zulassungen gleichermaßen wichtig.
Pharmazeutische und Feinchemieproduktion
Wo Alkohole, Lösemittel und flüchtige Verbindungen beim Mischen, Extrahieren, Trocknen oder Verpacken gehandhabt werden, können örtliche Zone-1-Einstufungen erforderlich sein. Die ausgewählten Geräte müssen häufig Sicherheit, Reinigungsbeständigkeit, Sauberkeit und Prozesskontinuität in Einklang bringen.
Kraftstoffhandhabung und -lagerung
Tanklager, Befüllarme, Kraftstoffpumpenräume, Laderäume und Übergabestellen können während des regulären Betriebs gelegentlich brennbare Dampfwolken erzeugen. Kommunikation, Alarme und lokale Notsteuerungen in diesen Bereichen basieren häufig auf für Zone 1 zugelassenen Geräten.
Abwasser- und Biogasanwendungen
Faulbehälter, Schlammbehandlungsbereiche, Gashandhabungsabschnitte und einige geschlossene Behandlungsräume können methanreiche Atmosphären enthalten. Die Zone-1-Einstufung kann in der Nähe von Freisetzungsquellen oder in unzureichend gelüfteten Abschnitten gelten, in denen während des normalen Anlagenbetriebs Gase auftreten können.
Zone 1 vs. Zone 2: Warum der Unterschied wichtig ist
Die Unterscheidung zwischen Zone 1 und Zone 2 hat erhebliche Auswirkungen auf Kosten, Technik und Betrieb. Zone 1 erfordert im Allgemeinen ein höheres Schutzniveau, eine restriktivere Geräteauswahl und strengere Installationskontrollen. Die Verwendung von Zone-2-Geräten in einem Zone-1-Bereich kann zu schwerwiegenden Sicherheits- und Konformitätsverstößen führen. Andererseits kann eine übermäßige Einstufung aller Bereiche als Zone 1 die Kapitalkosten erhöhen, die Geräteauswahl einschränken und die Wartung unnötig erschweren.
Aus diesem Grund sollte die Gefahrenbereichseinstufung auf einer dokumentierten technischen Bewertung basieren und nicht nur auf vorsichtigen Vermutungen. Die richtige Lösung ist nicht immer die restriktivste, sondern die, die durch die Prozessrealität, Lüftungsverhältnisse und das geltende Regelwerk gestützt wird.
Installationsaspekte für Zone-1-Geräte
Zugelassene Geräte allein reichen nicht aus. Eine unsachgemäße Installation kann die Schutzart zunichtemachen. Bei Zone-1-Projekten wird besonderes Augenmerk auf Kabeldurchführungen, Verschlussstopfen, Erdung und Potentialausgleich, Dichtungsanordnungen, Leitungs- oder Kabelsystemtypen, Trennung eigensicherer und nicht eigensicherer Kreise, Gehäuseintegrität und Inspektionsunterlagen gelegt.
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Passendes Zubehör verwenden. Kabelverschraubungen, Blindabdeckungen und Verschlussstopfen müssen mit der Gerätezulassung und Umweltschutzart kompatibel sein.
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Temperaturgrenzen prüfen. Umgebungstemperatur, Sonneneinstrahlung, nahegelegene heiße Rohrleitungen und Gehäusebelastung können die Einhaltung der Oberflächentemperatur beeinträchtigen.
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Gehäuse schützen. Korrosion, UV-Exposition, Vibrationen und chemische Angriffe können die Lebensdauer verkürzen, selbst wenn die ursprüngliche Ex-Zulassung gültig ist.
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Wartungszugang überprüfen. Einige Ex-Schutzarten erfordern sehr spezifische Verfahren bei Öffnung, Wartung oder Austausch.
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Inspektionen dokumentieren. Erstinspektion und regelmäßige Prüfungen sind zentral für die langfristige Konformität.
Bei Kommunikationssystemen sollten Konstrukteure zudem die Stromversorgungsführung, Überspannungsschutz, Netzwerktopologie, Redundanz und die Integration zwischen Geräten in Gefahrenbereichen und Steuerungssystemen in sicheren Bereichen berücksichtigen. Die beste Konstruktion ist nicht nur papierkonform, sondern auch feldtauglich.
Wie man Geräte für eine Zone-1-Anwendung auswählt
Bei der Auswahl von Geräten für Zone 1 hilft eine strukturierte Checkliste, kostspielige Fehler zu vermeiden:
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Bestätigen, dass der Bereich tatsächlich als Zone 1 für Gase, Dämpfe oder Nebel eingestuft ist
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Den Stoff, die Gasgruppe und die erforderliche Temperaturklasse ermitteln
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Prüfen, ob das Projekt IECEx-, ATEX-, lokale Zulassungen oder mehrere Zertifizierungen erfordert
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Verifizieren, dass die Schutzart für die Gerätefunktion geeignet ist
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Bestätigen, dass das Geräteschutzlevel oder die Kategorie den Zone-1-Anforderungen entspricht
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Den zugelassenen Umgebungstemperaturbereich prüfen
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IP-Schutzart und Korrosionsbeständigkeit für die Standortumgebung überprüfen
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Sicherstellen, dass zugehöriges Zubehör ebenfalls konform ist
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Installations-, Inspektions- und Wartungsanweisungen vor der Beschaffung prüfen
Beispielsweise benötigt ein Zone-1-Industrietelefon für Offshore-Einsatz nicht nur eine Gaszonenzulassung, sondern auch eine Gehäuseschutzart von IP66 oder höher, korrosionsbeständige Materialien, handschuhfreundliche Bedienelemente, klaren Ton bei hohem Lärmpegel sowie Kompatibilität mit SIP- oder Leitstellensystemen in sicheren Bereichen.
Häufige Missverständnisse über Zone 1
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„IP66 bedeutet explosionsgeschützt.“ Falsch. IP-Schutzarten beziehen sich auf Staub- und Wassereindringen, nicht auf Zündschutz.
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„Jede ATEX-Kennzeichnung reicht aus.“ Falsch. Kategorie, Kennzeichnung, Gasgruppe, Temperaturklasse und Dokumentation müssen alle zur Anwendung passen.
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„Zone 1 und Klasse I, Division 1 sind immer austauschbar.“ Nicht automatisch. Es handelt sich um grundsätzlich verwandte Konzepte, aber Zulassungswege und Kennzeichnungen unterscheiden sich je Rechtsraum.
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„Das zugelassene Produkt allein garantiert Sicherheit.“ Falsch. Installation und Wartung sind ebenso wichtig.
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„Zone 1 bedeutet, die gesamte Anlage ist gleich.“ Nein. Gefahrenbereiche sind häufig örtlich begrenzt und hängen von tatsächlichen Freisetzungsquellen und Lüftung ab.
Fazit
Gefahrenbereiche der Zone 1 sind Standorte, in denen während des Normalbetriebs gelegentlich explosionsfähige Gasatmosphären auftreten können. Sie erfordern mehr als allgemeine Industriegeräte und einfache Witterungsbeständigkeit. Ein korrekter Schutz hängt von einer fundierten Bereichseinstufung, der passenden Ex-Schutzart, geeigneter Gasgruppe und Temperaturklasse, angepasster IP-Leistung für die Umgebung sowie disziplinierter Installation und Inspektion ab.
Unabhängig davon, ob es sich um Industrietelefone, Alarmgeräte, Instrumentierung, Steuerstationen oder anlagenweite Kommunikationssysteme handelt, gilt das gleiche Prinzip: Die Geräte müssen auf den tatsächlichen Gefahrenbereich abgestimmt sein – nicht nur auf die Überschrift der Einkaufsspezifikation. Ein korrektes Verständnis von Zone 1 ist daher sowohl für die Sicherheit als auch für die langfristige Systemzuverlässigkeit in gefährlichen Industrieumgebungen unerlässlich.
FAQ
Ist Zone 1 dasselbe wie explosionsgeschützt?
Nein. Zone 1 ist eine Bereichseinstufung. Explosionsgeschützt oder flammdicht ist eine mögliche Schutzart, die von einigen in diesem Bereich installierten Geräten verwendet wird – aber nicht die einzige.
Welche Art von Atmosphäre bezieht sich Zone 1 auf?
Zone 1 bezieht sich auf explosionsfähige Atmosphären, die aus brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln in Luft gebildet werden. Staubzonen verwenden ein anderes Einstufungssystem, nämlich Zone 20, 21 und 22.
Können Zone-2-Geräte in Zone 1 verwendet werden?
Normalerweise nicht. Zone-2-Geräte sind für Umgebungen mit geringerer Eintrittswahrscheinlichkeit konzipiert. Zone 1 erfordert im Allgemeinen ein höheres Schutzniveau und eine passende Zulassung.
Nach welcher Kennzeichnung soll ich bei Zone-1-Geräten suchen?
Sie sollten die vollständige Kennzeichnung prüfen, einschließlich Ex-Schutzart, Gasgruppe, Temperaturklasse, Geräteschutzlevel oder Kategorie, ggf. IP-Schutzart, Umgebungstemperaturbereich und dem geltenden Zertifizierungssystem wie IECEx oder ATEX.
Bedeutet IP66, dass das Gerät für Zone 1 geeignet ist?
Nein. IP66 beschreibt nur die Widerstandsfähigkeit des Gehäuses gegen Staub- und Wassereindringen. Die Eignung für Zone 1 hängt von der Ex-Zulassung und einer passenden Gefahrenbereichskennzeichnung ab.
Welche Branchen verwenden am häufigsten Zone-1-Geräte?
Öl- und Gasindustrie, Petrochemie, chemische Verarbeitung, Offshore-Energie, pharmazeutische Produktion, Kraftstoffhandhabung sowie einige Abwasser- und Biogasanlagen gehören zu den häufigsten Beispielen.