In industriellen Umgebungen wie petrochemischen Anlagen, Erdgasbetrieben, Bergbau- und Metallurgiestandorten, Energie- und Kraftwerksprojekten, pharmazeutischen und chemischen Produktionsstätten sowie Offshore-Anlagen dient die Kommunikation vor Ort nicht nur der täglichen Produktionskoordination. Sie ist ebenso wichtig für die Meldung von Geräteausfällen, Hilferufe und die Reaktion auf Notfälle. Kommt es in einem explosionsgefährdeten Bereich zu einer Leckage, einem Brand, einem Anlagenstillstand oder einer Verletzung, müssen Mitarbeitende vor Ort schnell die Leitwarte erreichen können. Gleichzeitig muss das Leitstellenpersonal den Standort erkennen, die zuständigen Teams koordinieren und fortlaufend Handlungsanweisungen erteilen.
In vielen herkömmlichen Projekten werden explosionsgeschützte Telefone, analoge Leitungen, Beschallungsanlagen, Funkkommunikation und Dispatch-Plattformen getrennt aufgebaut. Ohne einheitlichen Nummernplan, gemeinsame Bedienoberfläche und zentralisierte Aufzeichnungen kann es schwierig sein, den Ursprung eines Anrufs zu erkennen, zuständige Mitarbeitende zu erreichen, Notfallmeldungen zu verteilen und Kommunikationsstörungen zu lokalisieren.
Die industrielle explosionsgeschützte Kommunikationslösung von Becke Telcom basiert auf explosionsgeschützten Telefonen und einem industriellen Dispatch-System. Sie führt SIP-Endgeräte, analoge Telefone, Beschallungs- und Intercom-Systeme, Aufzeichnungsdienste sowie bestehende Kommunikationsressourcen auf einer Plattform zusammen. So entsteht ein industrielles Kommunikationssystem für Feldanrufe, Dispatch-Vorgänge, zonenbasierte Durchsagen, Kommunikationsaufzeichnungen und Systemwartung.

Industrielles explosionsgeschütztes Kommunikationssystem zur Verbindung von Telefonen in Gefahrenbereichen mit Leitstellenkonsolen, Beschallung, Aufzeichnung und Ressourcen für die Notfallreaktion.
Zugehöriges Produkt: EX-BH621 explosionsgeschütztes SIP-Telefon
1. Warum eine integrierte Kommunikation erforderlich ist
Probleme getrennter Bestandssysteme
-
Unabhängige Systeme: Explosionsgeschützte Telefone, Beschallungsanlagen, analoge Telefonanlagen und Funksysteme arbeiten getrennt, sodass das Leitstellenpersonal zwischen verschiedenen Geräten und Bedienoberflächen wechseln muss.
-
Uneinheitliche Nummerierung: Unterschiedliche Bereiche und Systeme verwenden eigene Nummern und Bedienabläufe, wodurch die zuständige Stelle im Notfall nicht immer schnell gefunden werden kann.
-
Begrenzte Notfallkoordination: Feldanrufe, Alarme, Videoüberwachung und Beschallung lassen sich nicht in einem gemeinsamen Ablauf bearbeiten. Informationen müssen daher häufig manuell weitergegeben werden.
-
Unvollständige Aufzeichnungen: Gesprächsaufzeichnungen, Alarmmeldungen und Dispatch-Vorgänge werden getrennt gespeichert, was die Ereignisrekonstruktion und Nachverfolgung erschwert.
-
Aufwendige Erweiterung und Wartung: Beim Hinzufügen neuer Endgeräte oder bei der Modernisierung bestehender Leitungen müssen mehrere Systeme separat angepasst werden. Dadurch steigen Implementierungs- und Fehlerdiagnoseaufwand.
Praktische Vorteile der Systemintegration
Nach der Anbindung explosionsgeschützter Telefone an das Dispatch-System wird jedes Feldendgerät zu einem festen Kommunikationspunkt der Plattform. Das Leitstellenpersonal kann Nummern, Bereiche und zugeordnete Arbeitsplätze über eine gemeinsame Oberfläche anzeigen, Feldtelefone direkt anrufen und bei Bedarf Produktions-, Sicherheits-, Wartungs- und Notfallteams kontaktieren.
Neue explosionsgeschützte SIP-Telefone können sich direkt am Kommunikationsserver registrieren. Bestehende explosionsgeschützte Analogtelefone lassen sich über Sprach-Gateways anbinden. Das System verlangt nicht, dass alle Endgeräte dieselbe Kommunikationsschnittstelle verwenden. Die Integration erfolgt über eine einheitliche Nummerierung, gemeinsame Rufwege und zentrale Dispatch-Funktionen.
2. Systemarchitektur und Anschlussmöglichkeiten
Die industrielle explosionsgeschützte Kommunikationslösung von Becke Telcom besteht üblicherweise aus Feldendgeräten, einem industriellen Netzwerk, zentralen Kommunikationskomponenten, Leitstellenarbeitsplätzen und ergänzenden Anschlussgeräten. Die Architektur lässt sich an einzelne Werke, mehrere Standorte oder verteilte Außenstationen anpassen.
Grundlegender Kommunikationsweg:
Explosionsgeschützte Telefone und Feldendgeräte → Industrie-Switches oder Kommunikationsleitungen → SIP-Server oder industrieller Dispatch-Server → Leitstellenkonsole, Aufzeichnungsplattform und Beschallungssystem

Industrielle Kommunikationsarchitektur mit explosionsgeschützten Telefonen, Industrie-Switches, SIP-Servern, Leitstellenkonsolen, Aufzeichnungsplattformen und Beschallungssystemen.
Ebene der Feldendgeräte
Feldendgeräte müssen entsprechend der Klassifizierung und den Betriebsbedingungen des jeweiligen Installationsbereichs ausgewählt werden. Gewöhnliche Industrietelefone dürfen in explosionsgefährdeten Bereichen nicht als Ersatz für explosionsgeschützte Telefone eingesetzt werden.
-
Explosionsgefährdete Bereiche: Installation von explosionsgeschützten Telefonen, explosionsgeschützten Lautsprechertelefonen sowie explosionsgeschützten akustischen und optischen Signalgeräten, die den Projektanforderungen entsprechen.
-
Allgemeine Industriebereiche: Hier können wetterfeste Industrietelefone, IP-Telefone, Ruftelefone und Netzwerk-Beschallungsendgeräte eingesetzt werden.
-
Notrufstellen: Hotline-Anrufe beim Abheben, Ein-Tasten-Anrufe oder separate Notruftasten reduzieren die erforderlichen Bedienungsschritte im Ereignisfall.
-
Bereiche mit hoher Geräuschbelastung: Je nach gemessenem Geräuschpegel können laute Rufsignale, verstärkte Endgeräte, Lautsprecher oder akustische und optische Signalgeber eingesetzt werden.
Telefone, Anschlusskästen, Kabelverschraubungen, Blindstopfen, externe Lautsprecher sowie akustische und optische Signalgeräte in Gefahrenbereichen müssen entsprechend der Zoneneinteilung, den vorhandenen Gefahrstoffen und den projektspezifischen Konstruktionsanforderungen ausgewählt werden.
Netzwerkübertragungsebene
SIP-Endgeräte werden über ein industrielles Ethernet-Netzwerk mit dem Kommunikationsserver verbunden. Für die Übertragung können Industrie-Switches, Glasfaser-Ringnetze oder private Unternehmensnetze verwendet werden. Abhängig von den Zuverlässigkeitsanforderungen kann das Kernnetz mit Ringschutz, Selbstheilung, redundanten Verbindungen und VLAN-Segmentierung ausgestattet werden.
Sowohl die SIP-Signalisierung als auch die RTP-Medienströme müssen in beide Richtungen erreichbar sein. Bei Verbindungen über Subnetze, verschiedene Standorte oder Firewalls hinweg sollten Signalisierungsports, Medienports, Adressübersetzung und Datenpriorisierung geprüft werden. Dadurch lassen sich Fälle vermeiden, in denen sich ein Endgerät erfolgreich registriert, jedoch nur einseitige Audioübertragung möglich ist.
Zentrale Kommunikationsebene
Die zentrale Kommunikationsebene umfasst normalerweise SIP-Server, Dispatch-Server, Aufzeichnungsdienste, Datenbanken und Verwaltungssoftware. Zu ihren Hauptfunktionen gehören:
-
Registrierung der Endgeräte und Nummernverwaltung;
-
Rufweiterleitung und Berechtigungssteuerung;
-
Konfiguration von Hotlines, Weiterleitungen, Gruppenrufen und Konferenzen;
-
Speicherung von Anrufdaten, Gesprächsaufzeichnungen und Bedienprotokollen;
-
Verwaltung des Endgerätestatus und des gesamten Systembetriebs;
-
Schnittstellenintegration mit Beschallungs-, Alarm-, Video- und Geschäftsplattformen.
Standardserver, zentrale Switches, Aufzeichnungsgeräte und Dispatch-Server werden üblicherweise in einem sicheren Technikraum installiert. Für sie gelten nicht dieselben Installationsanforderungen wie für Endgeräte in explosionsgefährdeten Bereichen.
Leitstellen- und Steuerungsebene
Leitstellenkonsolen können in zentralen Kontrollräumen, Produktionsleitstellen, Notfallbereitschaftsräumen oder Sicherheitszentralen installiert werden. Das Leitstellenpersonal nutzt eine grafische Oberfläche, um Bereiche, Arbeitsplätze und Endgerätestatus anzuzeigen sowie Anrufe, Weiterleitungen, Konferenzen, Durchsagen und die Suche in Aufzeichnungen auszuführen.
Videotelefone, Büro-IP-Telefone oder Ruftelefone können zusätzlich in Büros, Bereitschaftsräumen und weiteren Arbeitsbereichen installiert werden. Sie dienen als ergänzende Annahmestellen neben der primären Leitstellenkonsole.
3. Zentrale Betriebsfunktionen
Einheitliche Anruf- und Dispatch-Funktionen
-
Einzelruf: Das Leitstellenpersonal ruft ein bestimmtes explosionsgeschütztes Telefon oder Industrietelefon direkt an.
-
Gruppenruf: Kommunikationsgruppen können nach Werkstatt, Produktionseinheit, Team oder Verantwortungsbereich eingerichtet werden.
-
Konferenz: Mitarbeitende aus Produktion, Sicherheit, Wartung und Notfallmanagement können in dasselbe Gespräch eingebunden werden.
-
Rufweiterleitung: Wird ein Anruf an der primären Leitstelle nicht angenommen, kann er nacheinander an einen Ersatzarbeitsplatz oder eine diensthabende Führungskraft weitergeleitet werden.
-
Prioritätssteuerung: Autorisierte Benutzer können Funktionen wie das Aufschalten auf ein Gespräch oder die erzwungene Gesprächstrennung ausführen.
Aufschalten, Mithören, Whisper-Funktionen und weitere Dispatch-Steuerungen erfordern ein klares Berechtigungs- und Protokollierungskonzept. Berechtigte Arbeitsplätze, zulässige Einsatzfälle und Aufbewahrungsfristen für Protokolle sollten daher eindeutig festgelegt werden.
Zonenbeschallung und Feldkommunikation
Die Dispatch-Plattform kann zonenbasierte Durchsagen über SIP-Beschallungsendgeräte, Ruf-Gateways oder eine vorhandene Beschallungsanlage bereitstellen. Beschallungszonen lassen sich nach Werk, Werkstatt, Produktionseinheit oder Verantwortungsbereich organisieren.
-
Live-Durchsagen an ein einzelnes Endgerät oder einen ausgewählten Bereich;
-
Auswahl mehrerer Zonen oder des gesamten Werks für Notfalldurchsagen;
-
Zeitgesteuerte Wiedergabe von Sicherheitshinweisen und Produktionsmeldungen;
-
Umwandlung von Text in Sprachmeldungen über TTS;
-
Unterbrechung regulärer Durchsagen entsprechend der Priorität und Wiedergabe von Notfallmeldungen.
Telefonverstärkung, Zonenbeschallung und werksweite Beschallung stellen unterschiedliche Anforderungen an die Abdeckung. Lautsprecherleistung, Zoneneinteilung, Audio-Routing und der Schalldruck vor Ort sollten vor der Umsetzung geprüft werden.
Integration von Alarm- und Drittsystemen
Wenn die erforderlichen Schnittstellen von Endgeräten und Drittsystemen unterstützt werden, kann die Plattform Feldanrufe mit Videoüberwachung, Alarmanlagen, akustischen und optischen Signalgeräten sowie Notfallplänen verknüpfen.
-
Betätigt eine Person vor Ort eine Notruftaste, ruft das Endgerät einen festgelegten Leitstellenarbeitsplatz an;
-
Die Leitstellenoberfläche zeigt den Namen, die Nummer und den Installationsort des Endgeräts an;
-
Anhand der Endgeräteinformationen kann das zugehörige Kamerabild aufgerufen werden;
-
Zuständige Führungskräfte oder übergeordnete Bereitschaftsstellen können benachrichtigt werden;
-
Telefonanrufe, Durchsagen oder SMS-Benachrichtigungen können entsprechend vordefinierter Abläufe ausgelöst werden.
Der Integrationsumfang hängt vom Endgerätemodell, der Version der Dispatch-Software, den Schnittstellen der Drittsysteme und den projektspezifischen Berechtigungseinstellungen ab. Die Unterstützung von SIP allein garantiert nicht, dass alle Integrationsfunktionen verfügbar sind.
Aufzeichnung und Ereignisnachverfolgung
Das System kann Rufnummern von Anrufer und Angerufenem, Anrufzeit, Verbindungsstatus, Gesprächsdauer und Audiodateien speichern. Die Daten lassen sich nach Nummer, Bereich, Leitstellenarbeitsplatz oder Zeitraum durchsuchen.
Ist eine Integration mit Alarmanlagen, Auftragsplattformen, Produktionsmanagementsystemen oder Notfallmanagementsystemen erforderlich, können Kommunikationsaufzeichnungen entsprechend den verfügbaren Schnittstellen mit Ereignisnummern verknüpft werden. Dies unterstützt Bereitschaftskontrollen, Ereignisanalysen und die Bewertung von Reaktionsabläufen.
Status- und Berechtigungsverwaltung
Die Plattform kann den Registrierungs- und Online-Status von SIP-Endgeräten anzeigen. Abhängig von der Konfiguration können Meldungen erzeugt werden, wenn Endgeräte offline gehen, Server ausfallen oder Netzwerkverbindungen unterbrochen werden.
Für Leitstellenpersonal, Administratoren und Bereitschaftskräfte können unterschiedliche Berechtigungen eingerichtet werden. Standardbenutzer dürfen reguläre Gespräche führen, während höher berechtigte Leitstellenarbeitsplätze Durchsagen, Konferenzen und Notfall-Dispatch-Funktionen auslösen können.
Ein angezeigter Online-Status bestätigt lediglich, dass das Konto erfolgreich registriert wurde. Automatische Annahme, Gruppenruf, Beschallung, Statusmeldungen und Dispatch-Steuerung müssen weiterhin durch praktische Interoperabilitätstests zwischen Endgerät, Server und Dispatch-Software überprüft werden.
4. Projektumsetzung und Inbetriebnahme
Standortaufnahme
-
Überprüfung der Zoneneinteilung, der vorhandenen Gefahrstoffe und der Projektplanungsunterlagen;
-
Erfassung von Umgebungstemperatur, Geräuschpegel, Regen, Staub und Korrosionsbedingungen;
-
Prüfung vorhandener Analogleitungen, industrieller Netzwerke, Switches und Technikräume;
-
Analyse der Arbeitsplätze vor Ort, der Dispatch-Abläufe und der Ziele für Notrufe;
-
Festlegung der Installationsorte für Telefone, Lautsprecher sowie akustische und optische Signalgeräte.
Lösungs- und Nummernplanung
Planung der Nebenstellennummern nach Werk, Produktionseinheit, Etage und Arbeitsplatz;
Festlegung von Hotlines, Ein-Tasten-Anrufen und Weiterleitungen bei Nichtannahme;
Definition von Beschallungszonen und Dispatch-Kommunikationsgruppen;
Festlegung der Anschlussmethoden für SIP, Analoganschlüsse, Beschallung und Drittsysteme;
Erstellung von Systemtopologie, Geräteliste, Anschlussbeziehungen und Berechtigungstabelle.
Bereitstellung von Plattform und Endgeräten
-
Installation von SIP-Servern, industriellen Dispatch-Servern und Aufzeichnungsdiensten;
-
Einrichtung von Nebenstellenkonten, Benutzergruppen und Berechtigungen für Leitstellenarbeitsplätze;
-
Konfiguration von IP-Adressen, SIP-Konten und Audioparametern der explosionsgeschützten Telefone;
-
Anbindung beizubehaltender Analogtelefone über Sprach-Gateways;
-
Konfiguration von Beschallungs-Gateways, Rufgeräten und zugehörigen Zonen.
Prüfung betrieblicher Szenarien
-
Prüfung bidirektionaler Gespräche zwischen Feldtelefonen und Leitstellenkonsole;
-
Überprüfung von Hotline-Anrufen beim Abheben, Ein-Tasten-Anrufen und Weiterleitungen bei Nichtannahme;
-
Prüfung von Gruppenrufen, Konferenzen und autorisierten Dispatch-Steuerungen;
-
Überprüfung von Zonenbeschallung, Notfalldurchsagen und akustischen sowie optischen Alarmen;
-
Kontrolle der Vollständigkeit von Aufzeichnungen, Protokollen und Ereignisdaten;
-
Überprüfung der Interoperabilität zwischen Analogtelefonen, SIP-Endgeräten und Bestandssystemen.
Zuverlässigkeits- und Abnahmetests
Die Systemabnahme sollte sich nicht darauf beschränken, ob zwei Nebenstellen einander anrufen können. Auch reale Produktions- und Notfallabläufe sollten simuliert werden, um Folgendes zu überprüfen:
-
Ob sich Endgeräte nach einem Neustart automatisch registrieren;
-
Ob sich die Kommunikation nach einer Netzwerkunterbrechung automatisch wiederherstellt;
-
Ob die Umschaltung zwischen Haupt- und Ersatzserver entsprechend der Planung erfolgt;
-
Ob Server, Switches und Endgeräte nach einem kurzen Stromausfall ordnungsgemäß wieder in Betrieb gehen;
-
Ob das System stabil bleibt, wenn mehrere Bereiche gleichzeitig anrufen;
-
Ob Aufzeichnungen, Protokolle und Konfigurationsdaten durchsucht und gesichert werden können.
5. Zentrale Produkte und Konfigurationsempfehlungen
Endgeräte für explosionsgefährdete Bereiche
-
EX-BH621 explosionsgeschütztes Lautsprechertelefon: Explosionsschutz-Zertifizierung für Gasgruppe IIC, Schutzart IP66 und integrierter Hochleistungslautsprecher. Es eignet sich für Gefahrenbereiche in petrochemischen Anlagen, Erdgasbetrieben, Bergwerken und vergleichbaren Standorten und unterstützt Feldgespräche, Notfallkommunikation und verstärkte Durchsagen.
Bei der Auswahl von Endgeräten für Gefahrenbereiche sollten Telefon, Anschlusszubehör, Kabelverschraubungen, Blindstopfen und externe explosionsgeschützte Geräte gemeinsam geprüft werden. Eine alleinige Prüfung des Telefons ist nicht ausreichend.
Endgeräte für allgemeine Industriebereiche
-
EX-BT27 wetterfestes Industrietelefon: Verfügt über ein glasfaserverstärktes Gehäuse und die Schutzart IP66 gegen Staub und Wasser. Es eignet sich für allgemeine industrielle Außenbereiche, feuchte Standorte und staubige, nicht explosionsgefährdete Einsatzorte sowie für Produktionskommunikation und feste Kommunikationsstellen.
-
BT25 wandmontiertes Ruf- und Beschallungstelefon: Entwickelt für Bereitschaftskommunikation, Rufbetrieb und Beschallungs-Intercom-Anwendungen. Es unterstützt akustische und optische Ausgänge, automatische Anrufannahme und Ein-Tasten-Anrufe.
Dispatch- und Kommunikationsplattform
-
BK-RCS Dispatch-Server-Serie: Ein rackmontiertes System für den Anschluss mehrerer Endgeräte und den redundanten Haupt-/Ersatzbetrieb. Es übernimmt die Endgeräteregistrierung, Nummernvermittlung, Rufweiterleitung und Verwaltung von Dispatch-Diensten. Kapazität und Redundanz können entsprechend der Benutzerzahl und den Zuverlässigkeitsanforderungen konfiguriert werden.
-
DSC-BD215S Leitstellenkonsole mit Touchscreen: Ausgestattet mit einem 21,5-Zoll-Touchscreen, grafischer Bedienoberfläche und zwei Handapparaten für Dispatch-Gespräche. Sie ermöglicht Anrufe, Weiterleitungen, Gruppenrufe, Konferenzen, Durchsagen und die Suche in Kommunikationsaufzeichnungen.
-
BK-SIP Aufzeichnungsdienst-Serie: Speichert Gesprächsaufzeichnungen und Kommunikationsdaten. Anzahl gleichzeitiger Aufzeichnungen, Aufbewahrungsdauer und Speicherkapazität sollten entsprechend dem Projektumfang festgelegt werden.
Ergänzende Anschlussgeräte
-
IPGA Sprach-Gateway-Serie: Verbindet bestehende explosionsgeschützte Analogtelefone, normale Analogtelefone oder private Telefonanlagen.
-
BPA2S Ruf- und Beschallungs-Gateway: Verbindet Lautsprecher, Verstärker oder bestehende Beschallungsanlagen.
-
Netzwerk-Switches: Stellen den Netzwerkzugang für SIP-Endgeräte bereit. Je nach Einsatzumgebung können Modelle für DIN-Schienenmontage, erweiterte Temperaturbereiche oder Ringnetze ausgewählt werden.
-
USV und Ersatzstromversorgung: Bieten kurzfristigen Stromschutz für zentrale Server, Switches und Leitstellenarbeitsplätze.
-
SBC oder SIP-Trunk: Unterstützt die SIP-Verbindung und die Steuerung an Netzwerkgrenzen zwischen mehreren Werken, der Zentrale und Niederlassungen.
6. Vorteile der Lösung
Bereichsabhängige Endgerätekonfiguration
In explosionsgefährdeten Bereichen werden explosionsgeschützte Endgeräte eingesetzt, die der jeweiligen Zoneneinteilung entsprechen. In sicheren und allgemeinen Industriebereichen kommen entsprechend den Umgebungsbedingungen Industrietelefone, IP-Telefone und Rufendgeräte zum Einsatz. Dadurch wird eine Verwechslung von Wasser- und Staubschutz mit Explosionsschutz vermieden.
Integration von SIP- und Analogsystemen
Explosionsgeschützte SIP-Telefone können sich direkt an der Dispatch-Plattform registrieren, während bestehende Analogtelefone über Sprach-Gateways angebunden werden. Unternehmen können weiterhin nutzbare Kupferleitungen und Analogendgeräte beibehalten und das System schrittweise modernisieren.
Einheitliche Nummerierung und Dispatch-Oberfläche
Explosionsgeschützte Telefone, Industrietelefone, Büro-IP-Telefone, Analogendgeräte und Beschallungsgeräte können anhand einheitlicher Nummern, Bereiche und Berechtigungen verwaltet werden. Dadurch reduziert sich der Wechsel zwischen mehreren Kommunikationssystemen.
Konfigurierbare Zuverlässigkeit
Abhängig von den Projektanforderungen kann das System Haupt- und Ersatzserver, redundante Switches, Glasfaser-Ringnetze, Ersatzverbindungen und USV-Schutz umfassen. Außenstationen können außerdem mit lokalen Kommunikationsfunktionen ausgestattet werden, damit interne Gespräche bei einer Unterbrechung der zentralen Verbindung weiterhin möglich bleiben.
Einfache Erweiterung und Wartung
Neue Kommunikationspunkte können innerhalb der bestehenden Nummern-, Netzwerk- und Berechtigungsstruktur ergänzt werden. Die zentrale Verwaltung von Endgerätestatus, Anrufdaten und Systemprotokollen unterstützt das Wartungspersonal außerdem bei der Lokalisierung von Netzwerk-, Konto- oder Gerätefehlern.
7. Typische Anwendungsbereiche

Anwendungen explosionsgeschützter Kommunikation in petrochemischen Anlagen, Erdgasbetrieben, Bergwerken, Kraftwerken, pharmazeutischen Standorten und Offshore-Projekten.
-
Petrochemische Industrie: Raffinerieanlagen, Tanklager, Pumpenräume, Verladebereiche und Produktionsleitstellen.
-
Erdgas und Energie: LNG-Stationen, Gasanlagen, Öl- und Gaspipelines, Wasserstofftankstellen und Energiezentren.
-
Bergbau und Metallurgie: Untertägige Strecken, Aufbereitungsanlagen, Brecherbereiche, Hüttenwerke und Leitstellen.
-
Energiewirtschaft: Kraftwerke, Umspannwerke, Brennstoffförderbereiche und Außenstationen.
-
Pharmazeutische und chemische Produktion: Rohstoffbereiche, Syntheseanlagen, Lösungsmittellager und Gefahrstofflager.
-
Offshore-Technik: Offshore-Plattformen, Häfen, Schiffe und küstennahe Industrieanlagen.
Die Integration explosionsgeschützter Telefone in ein industrielles Dispatch-System umfasst mehr als das bloße Hinzufügen von Feldtelefonen. Erforderlich ist eine einheitliche Kommunikationsstruktur, die Installationsbereiche, Betriebsabläufe, Kommunikationsnetze und Notfallverfahren berücksichtigt. Nur wenn die Endgeräte zu den Standortbedingungen passen, Rufwege klar festgelegt, Dispatch-Berechtigungen korrekt vergeben und realistische Szenarien geprüft werden, kann das System sowohl im täglichen Produktionsbetrieb als auch in Notfällen zuverlässig funktionieren.
Becke Telcom bietet explosionsgeschützte Telefone, explosionsgeschützte Lautsprechertelefone, wetterfeste Industrietelefone, industrielle Dispatch-Server, Leitstellenkonsolen, Sprach-Gateways, Aufzeichnungsdienste sowie Ruf-, Beschallungs- und Intercom-Geräte. Auf Grundlage der Anforderungen des Gefahrenbereichs, des Umgebungsgeräuschpegels, der vorhandenen Kommunikationsleitungen und der betrieblichen Abläufe unterstützt Becke Telcom die Endgerätebereitstellung, Nummernplanung, Systemanbindung und Funktionsinbetriebnahme, um stabile, verwaltbare und nachvollziehbare Kommunikationswege für Industriestandorte aufzubauen.