Ein druckfest gekapseltes Gehäuse, auf modernen Geräteschildern häufig als Ex d oder Ex db gekennzeichnet, ist eine Schutzart für elektrische Betriebsmittel in explosionsgefährdeten Gasatmosphären. Statt jede mögliche Zündquelle im Gerät zu beseitigen, wird das Gehäuse so ausgelegt, dass es einer inneren Explosion standhält und verhindert, dass Flammen, heiße Gase oder Zündenergie in die umgebende Atmosphäre austreten.
Dadurch gehört Ex d zu den bekanntesten Schutzkonzepten in Öl- und Gasanlagen, Chemiewerken, Kraftstofflagerbereichen, Offshore-Plattformen, Bergwerken, Kraftwerken und anderen Industrieanlagen, in denen brennbare Gase oder Dämpfe im normalen Betrieb auftreten können. Es wird häufig für Telefone, Drucktaster, Motoren, Anschlusskästen, Beleuchtung, Steuerstellen, Kameras, Sensoren und Feldkommunikationsgeräte eingesetzt.
Warum dieses Schutzkonzept existiert
Explosionsgefährdete Bereiche brauchen mehr als normale elektrische Sicherheit
In einem normalen Industriegebäude werden elektrische Geräte vor allem auf Schutz gegen elektrischen Schlag, Überhitzung, Kurzschlussrisiko, mechanische Festigkeit und Umweltbeständigkeit bewertet. In einem explosionsgefährdeten Bereich liegt die Hauptgefahr anders: Ein Funke, Lichtbogen, eine heiße Oberfläche, ein Relaiskontakt, eine beschädigte Kabeleinführung oder ein interner Fehler kann ein brennbares Gemisch um das Gerät entzünden.
Ex-d-Schutz behandelt dieses Risiko, indem akzeptiert wird, dass unter definierten Fehlerbedingungen eine Zündung innerhalb des Gehäuses auftreten kann. Das Gehäuse muss dann verhindern, dass daraus eine äußere Explosion wird. Deshalb ist ein druckfest gekapseltes Gerät nicht einfach ein starkes Metallgehäuse. Es ist eine zertifizierte Baugruppe mit geprüften Fugenabmessungen, Druckfestigkeit, Kabeleinführungen, Befestigungen, Oberflächentemperaturkontrolle und Kennzeichnungsregeln.
Es ist nicht dasselbe wie ein wetterfestes oder staubdichtes Gehäuse
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, Ex d als höhere Stufe des IP-Schutzes zu betrachten. IP66 oder IP67 beschreiben den Schutz gegen Eindringen von Staub und Wasser, während Ex d den Explosionsschutz für gefährliche Gasatmosphären beschreibt. Ein Produkt kann wasserdicht sein, ohne explosionsgeschützt zu sein. Ein Produkt kann auch Ex-d-zertifiziert sein und trotzdem eine separate IP-Schutzart für Außenregen, Reinigung oder Staubbelastung benötigen.
In realen Projekten sind beide Bewertungen oft wichtig. Chemische Außenanlagen, Verladestationen, Tanklager, Tunnel und Offshore-Decks können gleichzeitig Explosionsschutz, Korrosionsbeständigkeit, Eindringschutz, UV-Stabilität, Kabelabdichtung und langfristige mechanische Haltbarkeit erfordern.
Wie ein Ex-D-Gehäuse funktioniert
Rückhaltung des Innendrucks
Wenn ein brennbares Gasgemisch in das Gehäuse eindringt und sich innen entzündet, muss das Gehäuse dem entstehenden Druck ohne Bruch, ohne sicherheitsrelevante bleibende Verformung und ohne Flammenaustritt an Schwachstellen standhalten. Das Design verwendet in der Regel robuste Metallkonstruktion, zertifizierte Deckelfugen, Gewindeeinführungen, enge mechanische Toleranzen und Befestigungen, die die Integrität des Gehäuses unter Prüfbedingungen erhalten.
Deshalb sind druckfest gekapselte Gehäuse oft schwerer als gewöhnliche Industriegehäuse. Das Gewicht dient nicht nur der Schlagfestigkeit; es ist Teil des Druckrückhalte- und Flammwegdesigns. Das Entfernen von Schrauben, Austauschen von Deckeln, Wechseln von Kabelverschraubungen oder Bearbeiten zusätzlicher Öffnungen kann das zertifizierte Schutzkonzept zerstören.
Kühlung über den Flammweg und kontrollierte Gasfreisetzung
Ex-d-Geräte sind nicht immer vollständig abgedichtet. Sie verwenden Flammwege: enge, kontrollierte Spalte an Gewindeverbindungen, Flanschfugen, Passfugen, Wellendurchführungen oder Deckelschnittstellen. Wenn eine innere Explosion auftritt, können heiße Gase durch diese Wege strömen, doch Länge und Spaltmaß sind so ausgelegt, dass die Gase unter die Zündfähigkeit der umgebenden Atmosphäre abgekühlt werden.
Deshalb ist der Zustand der Flammwege bei Installation und Wartung entscheidend. Kratzer, Korrosion, Farbaufschichtungen, fehlendes Fett, falsche Befestigungen, mechanische Schläge oder unerlaubte Bearbeitung können die Kühlwirkung reduzieren und die Sicherheit beeinträchtigen. Ein äußerlich starkes Gehäuse kann unsicher werden, wenn sein zertifizierter Flammweg beschädigt ist.
Normen- und Zertifizierungsrahmen
IEC-60079-Reihe und die Rolle von IEC 60079-1
Die IEC-60079-Reihe ist der zentrale internationale Rahmen für elektrische Geräte in explosionsfähigen Atmosphären. IEC 60079-0 definiert allgemeine Anforderungen, während IEC 60079-1 den Geräteschutz durch druckfeste Kapselung “d” behandelt. Praktisch gesehen legt IEC 60079-1 Konstruktion, Flammwege, Druckprüfung, Temperatur, Einführungen und Verifizierungsprinzipien für Ex-d-Geräte fest.
Moderne Kennzeichnungen können Ex db statt nur Ex d zeigen. Der zusätzliche Buchstabe bezieht sich auf das Geräteschutzniveau. Ex db wird häufig mit einem hohen Schutzniveau für Gasatmosphären verbunden und typischerweise in Zone 1 und Zone 2 eingesetzt, sofern die restliche Kennzeichnung, das Zertifikat, die Gasgruppe, Temperaturklasse und Installationsbedingungen geeignet sind.
ATEX- und IECEx-Kennzeichnungen in globalen Projekten
ATEX gilt für Geräte, die in der Europäischen Union in Verkehr gebracht werden, während IECEx ein internationales Zertifizierungssystem auf Basis von IEC-Normen ist. Viele globale Industrieprojekte verlangen von Lieferanten ATEX, IECEx oder beides, besonders wenn Geräte in petrochemischen, energetischen, maritimen, bergbaulichen oder prozesstechnischen Umgebungen installiert werden.
Eine typische Kennzeichnung kann Schutzkonzept, Gasgruppe, Temperaturklasse, Geräteschutzniveau, Gerätekategorie, Zertifikatsnummer, Umgebungstemperaturbereich und besondere Verwendungsbedingungen enthalten. Käufer sollten die Konformität nicht nur anhand des Wortes “explosionsgeschützt” in einer Broschüre beurteilen. Zertifikat und Typenschild müssen zur Zoneneinteilung und zum Installationsdesign passen.
Wichtige Schutzangaben bei der Auswahl
Gasgruppe und Zündrisiko
Gasgruppen geben an, für welche explosionsfähige Gasatmosphäre das Gerät geeignet ist. In Oberflächenindustrien sind IIA, IIB und IIC übliche Gasgruppen. IIC gilt im Allgemeinen als anspruchsvollste Gruppe und umfasst Gase wie Wasserstoff und Acetylen. IIB umfasst Gase wie Ethylen, während IIA weniger leicht entzündliche Gase wie Propan abdeckt.
Die Gasgruppe muss gemäß dem Bericht zur Gefahrenbereichsklassifizierung gewählt werden. IIB-Geräte in einer IIC-Atmosphäre zu installieren ist unzulässig, sofern das Zertifikat die erforderliche Gruppe nicht ausdrücklich abdeckt. Umgekehrt kann die pauschale Spezifikation von IIC Kosten, Gewicht und Lieferzeit erhöhen, wenn die tatsächliche Klassifizierung nur IIA oder IIB verlangt.
Temperaturklasse und Kontrolle der Oberflächentemperatur
Die Temperaturklasse definiert die maximal zulässige Oberflächentemperatur des Geräts unter festgelegten Bedingungen. Übliche Gastemperaturklassen sind T1, T2, T3, T4, T5 und T6. Eine niedrigere maximale Oberflächentemperatur bedeutet eine strengere Einstufung. T6 ist beispielsweise restriktiver als T4.
Diese Einstufung ist wichtig, weil eine heiße Gehäuseoberfläche ein umgebendes Gasgemisch entzünden kann, selbst wenn keine Flamme aus dem Inneren austritt. Umgebungstemperatur, Wärmeabfuhr, Sonneneinstrahlung, interne Elektronik, Leistungsaufnahme und Montageposition können die Temperaturleistung beeinflussen. Das Zertifikat sollte auf den zugelassenen Umgebungstemperaturbereich und mögliche Installationsgrenzen geprüft werden.
IP- und mechanische Schutzwerte als unterstützende Anforderungen
Obwohl die IP-Schutzart nicht dasselbe wie Explosionsschutz ist, bleibt sie für Außen- und raue Industrieanwendungen wichtig. IP66, IP67 oder ähnliche Werte können erforderlich sein, wenn Geräte Regen, Reinigung, Staub, Salzsprühnebel oder starker industrieller Verschmutzung ausgesetzt sind. IK-Schlagfestigkeit, Korrosionsschutz, Edelstahlschrauben und Oberflächenbeschichtung beeinflussen ebenfalls die langfristige Zuverlässigkeit.
Bei Kommunikationsgeräten wie Feldtelefonen, Notrufstellen und Steuerstationen beeinflusst Umweltbeständigkeit die Nutzbarkeit ebenso wie die Sicherheit. Ein zertifiziertes Gerät, das Wassereintritt, korrodierte Tastenkontakte, beschädigte Hörerkabel, blockierte Lautsprecheröffnungen oder unlesbare Beschriftungen aufweist, kann den Betriebszweck des Projekts dennoch verfehlen.
| Einstufungs- oder Kennzeichnungselement | Bedeutung | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Ex d / Ex db | Schutzkonzept der druckfesten Kapselung | Zeigt an, dass innere Zündung zurückgehalten und Flammenübertragung durch zertifizierte Konstruktion verhindert wird |
| IIA / IIB / IIC | Eignung für Gasgruppe | Ordnet das Gerät dem Risiko brennbarer Gase oder Dämpfe im klassifizierten Bereich zu |
| T1–T6 | Maximale Oberflächentemperaturklasse | Verhindert, dass heiße Oberflächen zu Zündquellen werden |
| Gb / Gc | Geräteschutzniveau für Gas | Hilft bei der Bestimmung der Eignung für Zone 1 oder Zone 2 |
| IP-Schutzart | Schutz gegen Staub- und Wassereintritt | Unterstützt Außen-, Reinigungs-, Staub- oder Korrosionsanwendungen |
| Umgebungsbereich | Zugelassene Betriebstemperaturgrenzen | Stellt sicher, dass die Zertifizierung in heißen, kalten oder Außenumgebungen gültig bleibt |
Wo druckfest gekapselte Geräte häufig eingesetzt werden
Prozessindustrien und Energieanlagen
Ex-d-Geräte werden häufig in Raffinerien, Gasverdichterstationen, LNG-Anlagen, Chemiewerken, Lackproduktionsbereichen, Kraftstoffterminals, Lösungsmittellagern, Wasserstoffsystemen, Offshore-Plattformen, Bohrstandorten und gefährlichen Versorgungsbereichen installiert. Diese Umgebungen können bei Normalbetrieb, Leckagen, Wartung, Probenahme, Verladung oder Notfreisetzung brennbare Gase enthalten.
Typische Geräte sind Anschlusskästen, lokale Steuerstellen, Not-Aus-Taster, Leuchten, Motoren, Druckmessumformer, Analysatoren, Telefone, Signalgeber, Lautsprecher, CCTV-Gehäuse und Alarmschnittstellen. In vielen Systemen wird Ex d mit anderen Schutzkonzepten wie Ex e, Ex i, Ex t oder Druckbeaufschlagung kombiniert, je nach Stromkreisart und Zoneneinteilung.
Kommunikation und Notfallreaktion in gefährlichen Bereichen
Zuverlässige Sprachkommunikation ist in gefährlichen Bereichen besonders wichtig, weil Mitarbeiter Leckagen, Feuer, Verletzungen, Gerätefehler, Prozessabweichungen oder Evakuierungsstatus sofort melden müssen. Mobiltelefone können eingeschränkt sein, Funkgeräte können Abdeckungslücken haben, und gewöhnliche Gegensprechanlagen sind möglicherweise nicht für klassifizierte Zonen zertifiziert.
Für Sprachkommunikationsprojekte in gefährlichen Bereichen kann das explosionsgeschützte Telefon EX-BH621 von Becke Telcom in Betracht gezogen werden, wenn zertifizierte feste Rufpunkte für Notruf, Dispositionsanbindung oder Kommunikation zwischen Feld und Leitwarte in industriellen Umgebungen erforderlich sind.
Planungs- und Installationshinweise
Die Bereichsklassifizierung kommt vor der Produktauswahl
Der richtige Ausgangspunkt ist nicht der Produktkatalog, sondern die Zeichnung zur Gefahrenbereichsklassifizierung und die Risikobewertung. Ingenieure müssen wissen, ob der Ort für Gas Zone 0, Zone 1 oder Zone 2 ist oder für Staub Zone 20, Zone 21 oder Zone 22. Außerdem sind Gasgruppe, Temperaturklasse, Umgebungsbedingungen, Montageposition, Kabelweg, Wartungszugang und Betriebsanforderungen zu bestimmen.
Sobald die Klassifizierung klar ist, kann die Gerätekennzeichnung mit dem Standort abgeglichen werden. Das ausgewählte Produkt muss das geforderte Schutzniveau, die Gasgruppe, Temperaturklasse, Umgebungsspanne, Eindringschutzart und Installationsmethode erfüllen oder übertreffen. Wird dasselbe Gerät in verschiedenen Zonen installiert, sollte jeder Standort separat geprüft werden.
Kabelverschraubungen, Einführungen und Zubehör sind Teil des Sicherheitssystems
Ein zertifiziertes Ex-d-Gehäuse kann unsicher werden, wenn die falsche Kabelverschraubung, der falsche Stopfen, Reduzierer, Entlüfter, Adapter, Leitungsdichtung oder Antennenanschluss verwendet wird. Kabeleinführungen müssen für dasselbe Schutzkonzept zertifiziert und für Kabeltyp, Gasgruppe, Gehäusevolumen und Installationsregeln geeignet sein. Unbenutzte Einführungen müssen mit zertifizierten Verschlussstopfen geschlossen werden.
Projektfehler entstehen häufig an Schnittstellen und nicht im Hauptgerät. Ein korrektes explosionsgeschütztes Telefon kann beispielsweise mit einer nicht zertifizierten Verschraubung, einem beschädigten Dichtring, einem falschen Gewindeadapter oder einem nicht zur Verschraubung passenden Kabel installiert werden. Installationsqualität ist Teil der Konformität, kein nebensächliches Baustellendetail.
Wartung, Inspektion und Lebenszykluskontrolle
Der zertifizierte Zustand muss dauerhaft erhalten bleiben
Ex-d-Geräte sollten regelmäßig geprüft werden, um sicherzustellen, dass Gehäuse, Deckel, Befestigungen, Kabeleinführungen, Dichtungen, Flammwege, Beschriftungen, Erdung und Zubehör in sicherem Zustand bleiben. Korrosion, fehlende Schrauben, Farbe auf Flammwegen, gerissene Fenster, lose Verschraubungen, unerlaubte Öffnungen und mechanische Schäden sind ernst zu nehmen.
Wartungsteams müssen die Herstelleranweisungen und die relevanten Prüfstandards für explosionsgefährdete Bereiche einhalten. Gewöhnliche Reparaturpraktiken können unzulässig sein. Eine Schraube durch ein ähnlich aussehendes Teil zu ersetzen, eine Fuge neu zu lackieren, einen Flammweg falsch zu polieren oder aus Bequemlichkeit ein zusätzliches Loch zu bohren, kann die Zertifizierung ungültig machen und das Zündrisiko erhöhen.
Dokumentation ist Teil der Konformität
Eine vollständige Projektdokumentation sollte Zertifikate, Datenblätter, Typenschildfotos, Installationszeichnungen, Aufzeichnungen zu Kabelverschraubungen, Inspektionsberichte, Wartungsprotokolle, Reparaturhistorie und besondere Verwendungsbedingungen enthalten. Das ist besonders wichtig für Anlagen mit langer Lebensdauer, mehreren Auftragnehmern und phasenweise ergänzten Geräten.
Gute Dokumentation erleichtert auch spätere Upgrades. Wenn eine Anlage erweitert wird, Prozesschemikalien geändert werden, vernetzte Kommunikation hinzugefügt oder analoge Geräte durch IP-basierte Systeme ersetzt werden, können Ingenieure prüfen, ob bestehende Ex-d-Geräte weiterhin zur aktualisierten Gefahrenzone und den Betriebsanforderungen passen.
Häufige Auswahlfehler
Annehmen, dass alle explosionsgeschützten Geräte gleich sind
Der Begriff “explosionsgeschützt” wird im Marketing oft locker verwendet, doch zertifizierte Ex-Geräte müssen nach den Kennzeichnungsdetails ausgewählt werden. Ein Gerät für Zone 2 kann in Zone 1 unzulässig sein. Ein für IIB-Gase zertifiziertes Produkt ist nicht unbedingt für IIC-Atmosphären geeignet. Ein Gerät mit T4 kann unzulässig sein, wenn eine niedrigere Zündtemperatur T5 oder T6 erfordert.
Ein weiterer Fehler ist die Annahme, dass ein gaszertifiziertes Gerät automatisch brennbaren Staub abdeckt. Staubexplosionsgefährdete Bereiche benötigen eine eigene Klassifizierung und Schutzart, etwa Ex t durch Gehäuse. Wenn Gas- und Staubrisiken gemeinsam auftreten, muss die vollständige Kennzeichnung die tatsächliche Standortanforderung abdecken.
Die Nutzbarkeit nach der Zertifizierung ignorieren
Die Zertifizierung bestätigt das Sicherheitskonzept, doch das Gerät muss für Menschen unter realen Bedingungen funktionieren. Bei Feldkommunikationsprodukten muss der Hörer mit Handschuhen bedienbar sein, die Ruftaste sichtbar sein, der Klingelton hörbar sein, das Kabel Bewegung aushalten und das Gehäuse Wetter, Chemikalien, Vibration und Stoß widerstehen.
In Notfallsystemen kann Nutzbarkeit genauso wichtig sein wie technische Konformität. Ein sicheres Gerät, das schwer zu finden, zu hören, zu bedienen oder zu warten ist, unterstützt den vorgesehenen Reaktionsablauf möglicherweise nicht. Gute Projekte kombinieren zertifizierte Hardware mit klarer Beschilderung, logischer Platzierung, Leitwartenabläufen, Redundanzplanung und regelmäßigen Tests.
Praktische Anwendungen in verschiedenen Branchen
Öl-, Gas-, Chemie- und Petrochemieanlagen
In Raffinerien, Tanklagern, Verladestationen, Mischanlagen und chemischen Produktionsbereichen schützen Ex-d-Gehäuse Feldgeräte, die in der Nähe gefährlicher Prozesse verfügbar bleiben müssen. Kommunikationspunkte, Steuerschalter, Alarmtaster und lokale Anzeigen können strategisch platziert werden, damit Bediener Vorfälle melden können, ohne den Arbeitsbereich zu verlassen.
Diese Systeme sind häufig mit Leitwarten, verteilten Leitsystemen, Beschallungsnetzen, CCTV-Plattformen und Notabschaltverfahren verbunden. Ziel ist nicht nur der Schutz einzelner Geräte, sondern auch eine nachvollziehbare Reaktionskette von der Felderkennung bis zur Führungsentscheidung.
Verkehr, Versorgungswirtschaft und Infrastruktur
Kraftstoffdepots, Tunnelpumpenräume, Energieerzeugungsanlagen, Kläranlagen, Hafenterminals, Batteriespeicheranlagen und Versorgungskorridore können klassifizierte Bereiche oder lokale Gefahrenzonen enthalten. Ex-d-Geräte können dort eingesetzt werden, wo feste elektrische oder kommunikative Geräte nahe an Quellen brennbarer Gase betrieben werden müssen.
In diesen Umgebungen sind robustes Design, stabile Netzwerkintegration, klare Notfallabläufe und lange Wartungsintervalle oft entscheidend. Geräte sollten nicht nur nach Zertifizierungsniveau bewertet werden, sondern auch danach, wie gut sie zur Kommunikationsarchitektur und zum Servicemodell des Standorts passen.
Fazit
Die druckfeste Kapselung Ex d ist ein bewährtes Explosionsschutzkonzept für gefährliche Gasatmosphären. Ihr Zweck besteht darin, eine innere Zündung zurückzuhalten, die Flammenübertragung zu kontrollieren und zu verhindern, dass die umgebende explosionsfähige Atmosphäre entzündet wird. Ihre Sicherheit hängt jedoch von mehr ab als von einem starken Gehäuse. Normenkonformität, korrekte Kennzeichnung, Gasgruppe, Temperaturklasse, EPL, Kabeleinführungen, Installationsqualität, Inspektion und Lebenszyklusdokumentation sind entscheidend.
Für Industrieprojekte sollte die Auswahl von Ex d immer auf der Standortklassifizierung und den Systemanforderungen beruhen. Richtig eingesetzt können druckfest gekapselte Geräte einen sichereren Betrieb in gefährlichen Bereichen unterstützen und wesentliche Funktionen wie Steuerung, Überwachung, Notruf, Alarmmeldung und Feldkommunikation ermöglichen.
Häufig gestellte Fragen
Darf ein Ex-d-Gehäuse vor Ort gebohrt werden, wenn eine zusätzliche Kabeleinführung benötigt wird?
Normalerweise nein. Zusätzliche Bohrungen oder Änderungen an zertifizierten druckfesten Teilen können die Zertifizierung ungültig machen, weil Gehäusefestigkeit, Flammweg und Einführungsanordnung als definierter Entwurf geprüft wurden. Jede Änderung sollte nur über den Hersteller oder einen autorisierten Zertifizierungsweg erfolgen.
Ist Edelstahl für explosionsgeschützte Geräte immer besser als Aluminium?
Nicht immer. Edelstahl kann in maritimen, chemischen oder Reinigungsbereichen wegen Korrosionsbeständigkeit bevorzugt werden, während Aluminium Gewicht und Kosten reduziert. Die richtige Wahl hängt von Zertifizierung, Gasgruppe, Umgebung, mechanischer Belastung, Beschichtungssystem und Wartungserwartungen ab.
Kann ein Ex-d-Gerät an einen gewöhnlichen Netzwerkswitch angeschlossen werden?
Die Netzwerkarchitektur muss nach der Bereichslage bewertet werden. Befindet sich der Switch außerhalb des gefährlichen Bereichs, können zertifizierte Feldgeräte oft über zugelassene Verkabelung und Einführungen verbunden werden. Befindet sich aktive Netzwerktechnik in einer klassifizierten Zone, müssen Gerät und Gehäuse für Zone und Schutzkonzept geeignet sein.
Wie oft sollten druckfest gekapselte Geräte geprüft werden?
Inspektionsintervalle hängen von Standortgefahr, Umgebung, Vorschriften, Gerätetyp und Wartungshistorie ab. Harte Außenanlagen, korrosive Atmosphären, Vibrationsbereiche und häufig genutzte Geräte benötigen meist mehr Aufmerksamkeit als saubere Innenbereiche. Der Prüfplan sollte lokale Regeln und Wartungsstandards für Ex-Bereiche befolgen.
Macht Ex-d-Schutz ein Gerät beim Öffnen unter Spannung sicher?
Nein. Druckfest gekapselte Geräte sollten in einer gefährlichen Atmosphäre nicht unter Spannung geöffnet werden, sofern Zertifikat und Verfahren dies nicht ausdrücklich erlauben. Viele Gehäuse tragen Warnhinweise, die Spannungsfreischaltung und Wartezeit vor dem Öffnen verlangen.
Können drahtlose Antennen an ein druckfest gekapseltes Gerät angebaut werden?
Nur wenn Antennenanordnung, Durchführung, Verschraubung oder Funkmodul durch Zertifizierung und Installationsanweisung abgedeckt sind. Eine nicht zertifizierte Antenne hinzuzufügen oder einen Antennenanschluss zu bohren, kann das Schutzkonzept beeinträchtigen und sollte vermieden werden.