Korrosionsbeständigkeit ist die Fähigkeit eines Materials, einer Beschichtung, eines Gehäuses, einer Komponente oder eines fertigen Produkts, chemischen oder elektrochemischen Schäden durch Feuchtigkeit, Salz, Säuren, Laugen, Industriegase, Reinigungsmittel, Temperaturwechsel und raue Außenbedingungen zu widerstehen. Sie ist eine wichtige Leistungsanforderung für Geräte in maritimen, chemischen, Öl- und Gas-, Bergbau-, Verkehrs-, Energie-, Lebensmittel-, Abwasser-, Küsten- und Industrieumgebungen.
Bei vielen Produkten ist Korrosion nicht nur ein optisches Problem. Sie kann Strukturen schwächen, Dichtungen beschädigen, den elektrischen Widerstand erhöhen, die Erdung beeinträchtigen, Tasten blockieren, Steckverbinder verschlechtern, die Gehäusefestigkeit reduzieren und die Lebensdauer verkürzen. Ein korrosionsbeständiges Design schützt sowohl das äußere Gehäuse als auch das innere Funktionssystem und hilft, Geräte über lange Betriebszeiten sicher, zuverlässig und wartbar zu halten.
Warum raue Umgebungen Geräte beschädigen
Korrosion entsteht, wenn Materialien mit ihrer Umgebung reagieren. Metalle können oxidieren, Beschichtungen können abbauen, und Oberflächenschutz kann nach langer Einwirkung von Wasser, Salz, Chemikalien oder Schadstoffen versagen. In Elektro- und Kommunikationsgeräten kann Korrosion auch an Klemmen, Schrauben, Leiterplattenkontakten, Kabeleinführungen, Scharnieren und Erdungspunkten auftreten.
Außenbereiche beschleunigen diesen Prozess, weil Geräte Regen, Feuchtigkeit, UV-Strahlung, Staub, vom Wind getragenem Salz, Frost-Tau-Zyklen und Temperaturwechseln ausgesetzt sind. Industrielle Umgebungen erhöhen die Belastung durch chemische Dämpfe, Ölnebel, alkalische Reinigungsflüssigkeiten, saure Gase, Metallstaub und Prozessverunreinigungen.
Die Herausforderung besteht darin, dass Korrosion selten gleichmäßig auftritt. Sie beginnt oft an Schwachstellen: Kratzern, ungedichteten Fugen, Schraubenlöchern, Schweißnähten, Kabelverschraubungen, Lackkanten, Kontaktstellen verschiedener Metalle oder Bereichen, in denen Feuchtigkeit eingeschlossen bleibt. Ein gutes korrosionsbeständiges Design muss daher das gesamte Produkt berücksichtigen, nicht nur das Hauptgehäusematerial.
Materialien für besseren Langzeitschutz
Edelstahl
Edelstahl wird häufig eingesetzt, weil er eine passive Oxidschicht bildet, die die Oberfläche vor weiterer Korrosion schützt. Gängige Sorten wie Edelstahl 304 eignen sich für viele Innen- und allgemeine Außenanwendungen, während Edelstahl 316 in maritimen, küstennahen, chemischen und chloridreichen Umgebungen eine bessere Beständigkeit bietet.
Dennoch ist Edelstahl nicht vollständig korrosionsfrei. In Bereichen mit Salzablagerungen, sauren Chemikalien, schlechter Entwässerung oder Oberflächenverunreinigung können Loch- und Spaltkorrosion weiterhin auftreten. Die richtige Werkstoffsorte, Oberflächenbehandlung, Reinigung und Entwässerung bleiben wichtig.
Aluminiumlegierungen
Aluminium ist leicht und bildet von Natur aus eine schützende Oxidschicht. Es wird häufig für Gerätegehäuse, Außengehäuse, Kommunikationsterminals und industrielle Komponenten eingesetzt, wenn Gewichtsreduzierung wichtig ist.
Aluminium kann zusätzlich durch Eloxieren, Pulverbeschichtung, Lackierung oder chemische Konversionsschichten geschützt werden. In maritimen oder chemischen Umgebungen sollten Beschichtungsqualität und Befestigungskompatibilität sorgfältig geprüft werden, da galvanische Korrosion entstehen kann, wenn Aluminium bei Feuchtigkeit mit anderen Metallen in Kontakt kommt.
Technische Kunststoffe
Technische Kunststoffe wie ABS, Polycarbonat, glasfaserverstärktes Polyester, Nylon und andere Industriepolymere werden häufig eingesetzt, wenn nichtmetallische Korrosionsbeständigkeit wichtig ist. Sie rosten nicht wie Stahl und können vielen wasserbasierten und chemischen Belastungen widerstehen.
Kunststoffe müssen dennoch sorgfältig ausgewählt werden. UV-Beständigkeit, Schlagfestigkeit, Flammhemmung, Temperaturstabilität, chemische Verträglichkeit und Alterungsverhalten unterscheiden sich je nach Formulierung. Ein Kunststoffgehäuse für Außenbereiche darf nicht nur gewählt werden, weil es nicht rostet; es muss auch Sonne, Wärme, Kälte und mechanische Belastung aushalten.
Beschichteter Kohlenstoffstahl
Kohlenstoffstahl ist stark und kostengünstig, benötigt in korrosiven Umgebungen jedoch Oberflächenschutz. Schutzmethoden können Verzinken, Epoxidbeschichtung, Pulverbeschichtung, Polyurethanlack, zinkreiche Grundierungen oder mehrschichtige Beschichtungssysteme umfassen.
Beschichteter Stahl kann gut funktionieren, solange die Beschichtung intakt bleibt. Das Risiko entsteht, wenn Kratzer, Abplatzungen, Kanten oder Montagebohrungen das Grundmetall freilegen. Bei Geräten mit häufigem Aufprall oder chemischer Reinigung sollten Beschichtungsreparatur und Inspektion Teil der Wartungsplanung sein.
Kupferlegierungen und Messing
Kupferlegierungen und Messing können in Steckverbindern, Klemmen, Armaturen, Erdungsteilen und mechanischen Komponenten eingesetzt werden. Sie bieten gute elektrische Leitfähigkeit und können bestimmten Umgebungen besser widerstehen als einfacher Stahl.
In rauen Atmosphären können Kupferlegierungen Anlaufstellen oder Korrosionsprodukte bilden. Für elektrische Kontaktflächen sind Beschichtung, Abdichtung und ein geeignetes Steckverbinderdesign wichtig, um Signalverschlechterung oder erhöhten Widerstand zu vermeiden.
Die Materialauswahl sollte mit der realen Expositionsumgebung beginnen: Salz, Feuchtigkeit, Chemikalien, Temperatur, UV, Reinigungsmethoden, Aufprallrisiko und erwartete Lebensdauer.
Oberflächenbehandlungen und Schutzbeschichtungen
Materialien bilden die Grundlage, doch Beschichtungen bestimmen oft, wie lange ein Produkt im Feld überlebt. Ein hochwertiges Beschichtungssystem kann Metall vor Feuchtigkeit und chemischem Kontakt schützen, das Erscheinungsbild verbessern, Abriebfestigkeit erhöhen und den Wartungsbedarf verringern.
Pulverbeschichtung ist bei Industriegehäusen verbreitet, weil sie eine dauerhafte und gleichmäßige Oberfläche erzeugt. Epoxidbeschichtungen bieten starken chemischen und korrosiven Schutz, während Polyurethan-Decklacke bessere UV-Beständigkeit bieten können. Eloxieren verbessert die Oberflächenhärte und Korrosionsbeständigkeit von Aluminium. Feuerverzinken schützt Stahl durch eine Zinkschicht mit Opferwirkung.
Der Beschichtungsprozess ist ebenso wichtig wie die Beschichtungsart. Oberflächenvorbereitung, Reinigung, Strahlen, Vorbehandlung, Schichtdicke, Aushärtungstemperatur, Kantenabdeckung und Qualitätsprüfung beeinflussen die Leistung. Eine schlecht vorbereitete Oberfläche kann früh versagen, selbst wenn das Beschichtungsmaterial hochwertig ist.
Schutzarten und was sie wirklich aussagen
IP-Schutzarten
Schutzarten gegen Eindringen wie IP65, IP66, IP67 und IP68 beschreiben die Beständigkeit gegen Staub- und Wassereintritt. Diese Bewertungen sind wichtig, da eindringende Feuchtigkeit Korrosion im Produkt oft beschleunigt. Ein abgedichtetes Gehäuse schützt Leiterplatten, Klemmen, Mikrofone, Lautsprecher, Relais und Steckverbinder.
Eine IP-Schutzart beweist jedoch nicht automatisch chemische Korrosionsbeständigkeit. Ein Gerät kann Wasserstrahlen widerstehen und dennoch anfällig für Salzsprühnebel, saure Dämpfe oder alkalische Reinigungsflüssigkeit sein. IP-Schutzarten sollten zusammen mit Materialauswahl und Korrosionsprüfung betrachtet werden.
NEMA-Gehäusetypen
NEMA-Gehäusetypen werden in Nordamerika häufig verwendet, um den Umweltschutz elektrischer Gehäuse zu beschreiben. Einige NEMA-Typen behandeln Außenexposition, Regen, Staub, Schlauchwasser und Korrosionsschutz.
Für industrielle Anwender können NEMA-Klassifizierungen helfen, die Eignung eines Gehäuses zu erkennen, müssen aber mit der genauen Umgebung abgeglichen werden. Ein Waschbereich in der Lebensmittelindustrie, eine Küstenpumpstation und eine petrochemische Anlage können unterschiedliche Material- und Dichtstrategien erfordern.
IK-Schlagfestigkeitsklassen
IK-Klassen beschreiben die Beständigkeit gegen mechanische Schläge. Obwohl IK keine Korrosionsklasse ist, beeinflusst Schlagfestigkeit die Korrosionsleistung indirekt. Wenn ein Gehäuse leicht verbeult, reißt oder abplatzt, können Schutzbeschichtungen und Dichtungen beschädigt werden, sodass Feuchtigkeit oder Chemikalien gefährdete Bereiche erreichen.
Für öffentliche, industrielle, Bahn-, Bergbau- und Außengeräte sollten Schlagfestigkeit und Korrosionsschutz häufig gemeinsam bewertet werden.
Explosionsschutz und Schutz in Gefahrenbereichen
In gefährlichen Umgebungen kann Ausrüstung zusätzlich explosionsgeschützte oder flammensichere Bauweise benötigen. Korrosionsbeständigkeit wird besonders wichtig, weil Gehäuseintegrität, Gewindeverbindungen, Befestigungselemente, Kabeleinführungen und Dichtflächen über die Zeit zuverlässig bleiben müssen.
Zum Beispiel kann ein Produkt wie das explosionsgeschützte Telefon Becke Telcom EX-BH621 in industriellen Kommunikationsumgebungen berücksichtigt werden, in denen robustes Gehäusedesign, Eignung für Gefahrenbereiche und Beständigkeit gegen harte Standortbedingungen für zuverlässige Feldkommunikation wichtig sind. Der praktische Wert liegt nicht nur in der Telefonfunktion, sondern darin, Kommunikation verfügbar zu halten, wenn Feuchtigkeit, Staub, Chemikalien und mechanische Belastung gemeinsam auftreten.
Prüfstandards zur Bewertung
Korrosionsleistung wird häufig durch Laborprüfungen und Umweltsimulation bewertet. Diese Prüfungen helfen, Materialien, Beschichtungen und Gehäusedesigns unter kontrollierten Bedingungen zu vergleichen. Übliche Referenzen umfassen Salzsprühprüfungen, zyklische Korrosionsprüfungen, Feuchteprüfungen, chemische Expositionsprüfungen, Haftfestigkeitsprüfungen und beschleunigte Alterung.
Salzsprühprüfungen werden oft eingesetzt, um Beschichtungen und Metalle in chloridreichen Bedingungen zu bewerten. Zyklische Korrosionsprüfungen können realistischer sein, da sie wechselnde Nass- und Trockenphasen enthalten. Feuchteprüfungen bewerten Langzeitfeuchte. Chemische Beständigkeitsprüfungen prüfen, ob ein Material oder eine Beschichtung bestimmten Säuren, Laugen, Lösungsmitteln, Ölen oder Reinigungsmitteln standhält.
Prüfergebnisse müssen sorgfältig interpretiert werden. Eine hohe Anzahl von Laborstunden entspricht nicht immer exakt bestimmten Betriebsjahren im Feld. Reale Umgebungen enthalten Sonnenlicht, Schmutz, Vibration, Installationsschäden, Chemikalienmischungen, Temperaturwechsel, Wartungspraktiken und menschliche Handhabung. Standards sind zum Vergleich nützlich, aber Standortbedingungen bleiben entscheidend.
Leitfaden zur Material- und Funktionsauswahl
| Umgebung | Empfohlenes Material oder empfohlener Schutz | Funktionsschwerpunkt |
|---|---|---|
| Küsten- und Meeresbereiche | Edelstahl 316, seetaugliche Aluminiumbeschichtung, abgedichtete Kabeleinführungen, korrosionsbeständige Befestigungen. | Salzsprühbeständigkeit, Feuchtigkeitsabdichtung und langfristige Außendauerhaftigkeit. |
| Chemieanlagen | Edelstahl, Epoxidbeschichtung, chemikalienbeständige Kunststoffe, geschützte Dichtungen, kompatible Kabelverschraubungen. | Beständigkeit gegen Dampf, Säuren, Laugen, Lösungsmittel und Reinigungschemikalien. |
| Lebensmittel- und Getränkestandorte | Edelstahl, glatte Oberflächen, waschfeste Dichtungen, hygienisches Design, korrosionsbeständige Beschläge. | Waschschutz, leichte Reinigung und weniger Kontaminationspunkte. |
| Bergbau und Schwerindustrie | Beschichtetes Metallgehäuse, robuster Polymerwerkstoff, schlagfestes Design, staubdichte Dichtungen, geschützte Steckverbinder. | Schlagbeständigkeit, Staubkontrolle, Vibrationsfestigkeit und Wartbarkeit im Feld. |
| Öffentliche Außeninfrastruktur | UV-beständige Beschichtung, wetterfestes Gehäuse, Edelstahlbefestigungen, vandalismussicheres Design, abgedichtete Fugen. | Regen, Sonnenlicht, Verschmutzung, öffentliche Nutzung und lange Wartungsintervalle. |
Funktionales Design über das Außengehäuse hinaus
Dichtungen und Dichtprofile
Dichtungen verhindern, dass Wasser, Staub und chemische Partikel in das Gehäuse eindringen. Ihr Material muss zur Umgebung passen. Gummi, Silikon, EPDM, Fluorkautschuk und andere Elastomere unterscheiden sich in ihrer Beständigkeit gegen Wärme, Öl, Ozon, Chemikalien und Alterung.
Ein gutes Gehäuse kann trotzdem versagen, wenn die Dichtung reißt, dauerhaft zusammengedrückt wird, Chemikalien aufnimmt oder falsch montiert ist. Das Dichtungsdesign sollte Kompression, Austauschbarkeit, Oberflächenqualität und langfristige Elastizität berücksichtigen.
Befestigungen und Scharniere
Schrauben, Bolzen, Scharniere, Halterungen und Montageplatten sind häufige Korrosionspunkte. Wenn Befestigungen korrodieren, kann das Produkt schwer zu öffnen, schwierig zu warten oder strukturell geschwächt werden. Rostflecken können sich auch über beschichtete Oberflächen ausbreiten und Wartungsprobleme verursachen.
Edelstahlbefestigungen, beschichtete Beschläge, Anti-Seize-Mittel, kompatible Metalle und geschützte Scharnierdesigns können die Langzeitbeständigkeit verbessern. Der Kontakt verschiedener Metalle sollte geprüft werden, um das Risiko galvanischer Korrosion zu senken.
Kabeleinführungen und Steckverbinder
Kabelverschraubungen, Steckverbinder, Ports und Klemmen sind kritisch, weil sie Öffnungen im Gehäuse schaffen. Wenn diese Bereiche nicht richtig abgedichtet sind, kann Feuchtigkeit eindringen und die interne Elektronik beschädigen.
Für Außen- und Industriegeräte sollten Kabeleinführungen zur Gehäuseklassifizierung und Installationsumgebung passen. Korrosionsbeständige Verschraubungen, richtiges Drehmoment, geeignete Dichtringe, Tropfschleifen und Zugentlastung tragen zum Schutz des Systems bei.
Entwässerung und Montageausrichtung
Auf Oberflächen eingeschlossenes Wasser kann Korrosion beschleunigen. Gehäuseform, Montagewinkel, Entwässerungswege und Oberflächengeometrie sollten Wasseransammlungen möglichst vermeiden.
Auch korrosionsbeständige Materialien funktionieren besser, wenn Wasser und chemische Ablagerungen nicht lange auf der Oberfläche verbleiben. Die Installationsausrichtung sollte den Empfehlungen des Herstellers folgen.
Wo langlebige Materialien den größten Wert bieten
Petrochemische und gefährliche Bereiche
Petrochemische Standorte können Geräte Feuchtigkeit, Kohlenwasserstoffen, salzhaltiger Luft, chemischen Dämpfen, explosionsfähigen Atmosphären und Temperaturschwankungen aussetzen. Geräte in diesen Bereichen benötigen mehr als einfachen Wetterschutz. Gehäuseintegrität, Abdichtung der Kabeleinführungen, korrosionsbeständige Befestigungen und Eignung für Gefahrenbereiche können erforderlich sein.
Kommunikationsgeräte, Alarmstationen, Steuerkästen, Sensoren und Notfallterminals in solchen Umgebungen sollten mit Blick auf Sicherheit und Wartbarkeit ausgewählt werden.
Marine-, Hafen- und Offshore-Anlagen
Marine Umgebungen gehören zu den anspruchsvollsten, weil Salz, Feuchtigkeit, Wind und Sonnenlicht zusammenwirken. Korrosion kann schnell an ungeschützten Metalloberflächen auftreten, besonders an Befestigungen, freiliegenden Kanten und Anschlussstellen.
Für Hafen- und Offshore-Kommunikationsgeräte können Edelstahl 316, seetaugliche Beschichtungen, abgedichtete Steckverbinder und regelmäßige Reinigung erforderlich sein, um die Leistung zu erhalten.
Verkehrsinfrastruktur
Eisenbahnen, Tunnel, Autobahnen, Flughäfen und U-Bahnen setzen Geräte Vibration, Außenwetter, Abgasverschmutzung, Enteisungssalzen, Reinigungschemikalien und öffentlicher Nutzung aus. Korrosionsbeständige Geräte helfen, Serviceunterbrechungen und Wartungseinsätze zu reduzieren.
Nottelefone, Intercoms, Kameras, Lautsprecher, Schaltschränke und Bedienfelder sollten anhand der Umwelt- und mechanischen Belastung ausgewählt werden.
Wasser- und Abwasseranlagen
Wasser- und Abwasseranlagen können hohe Luftfeuchtigkeit, Chlorverbindungen, Schwefelwasserstoff, Reinigungschemikalien und korrosive Gase enthalten. Diese Bedingungen können Metalle, Dichtungen und elektrische Klemmen angreifen.
Materialien sollten entsprechend der konkreten chemischen Umgebung ausgewählt werden. Edelstahl, beschichtete Gehäuse, Polymergehäuse und abgedichtete Steckverbinder werden häufig eingesetzt, um die Lebensdauer zu verlängern.
Lebensmittelverarbeitung und Reinbereiche
Lebensmittel- und Getränkeanlagen benötigen Geräte, die häufiger Reinigung, Desinfektionsmitteln, Feuchtigkeit und teilweise Hochdruckreinigung standhalten. Glatte Oberflächen, korrosionsbeständige Metalle und geeignete Dichtungskonzepte sind wichtig.
In diesen Umgebungen unterstützt Korrosionsbeständigkeit sowohl Hygiene als auch Gerätezuverlässigkeit. Abblätternde Farbe, Rost oder beschädigte Oberflächen können Kontaminationsrisiken schaffen.
Wartungspraktiken zur Verlängerung der Lebensdauer
Korrosionsbeständige Produkte benötigen weiterhin Wartung. Oberflächen sollten auf Kratzer, Beschichtungsschäden, Rostflecken, lose Befestigungen, gerissene Dichtungen, blockierte Entwässerungspunkte und chemische Rückstände geprüft werden. Frühe Reparaturen sind meist einfacher und günstiger als der Austausch stark beschädigter Geräte.
Die Reinigung sollte mit geeigneten Methoden erfolgen. Manche starken Chemikalien können Beschichtungen, Kunststoffe, Dichtungen, Etiketten oder Dichtprofile beschädigen. In salzreichen Umgebungen kann regelmäßiges Reinigen mit Süßwasser helfen, Chloridablagerungen zu entfernen. In Chemieanlagen sollte die Reinigungsmethode zu den am Standort vorhandenen Chemikalien passen.
Wartungsteams sollten auch verdeckte Bereiche prüfen, etwa Kabeleinführungen, Unterkanten, Scharnierlinien, Montagehalterungen und Rückseiten. Diese Bereiche sammeln oft Feuchtigkeit und Verunreinigungen, bleiben aber bei Routineprüfungen weniger sichtbar.
Häufige Auswahlfehler
Nur nach IP-Schutzart auswählen
Eine IP-Schutzart ist wichtig, beschreibt Korrosionsbeständigkeit aber nicht vollständig. Ein abgedichtetes Gehäuse kann trotzdem korrodieren, wenn Material oder Beschichtung nicht zur Umgebung passen. IP-Schutzart, Material, Beschichtung, Befestigungen, Dichtungen und Expositionsbedingungen sollten immer gemeinsam betrachtet werden.
Kleine Komponenten ignorieren
Viele Ausfälle beginnen an kleinen Teilen. Ein Gehäuse kann korrosionsbeständig sein, aber Schrauben, Scharniere, Steckverbinder, Etiketten, Federn oder Kabelverschraubungen können zuerst ausfallen. Alle exponierten Komponenten sollten Teil der Schutzdesignprüfung sein.
Reinigungschemikalien unterschätzen
Reinigungsmittel können aggressiver sein als Regenwasser. Lebensmittelbetriebe, Gesundheitseinrichtungen, Labore und Industrieanlagen können Desinfektionsmittel, Lösungsmittel, Laugen oder saure Reiniger verwenden, die ungeeignete Materialien angreifen.
Annehmen, dass Innenräume sicher sind
Innenraumgeräte können in feuchten, chemischen, küstennahen oder prozessnahen Umgebungen dennoch korrodieren. Pumpenräume, Tunnel, Keller, Produktionslinien und Abwassergebäude können korrosiver sein als gewöhnliche Außenbereiche.
Wie man das richtige Produkt spezifiziert
Eine gute Spezifikation sollte die Umgebung klar beschreiben. Statt nur „Außeneinsatz“ zu sagen, sollte sie angeben, ob der Standort küstennah, chemisch, staubig, feucht, Waschprozessen ausgesetzt, vibrationsbelastet, in einem Gefahrenbereich oder öffentlichen Einwirkungen ausgesetzt ist.
Die Spezifikation sollte auch erwartete Schutzstufen definieren, etwa Gehäusematerial, Beschichtungssystem, IP-Schutzart, relevanten NEMA-Typ, Schlagfestigkeit, Betriebstemperatur, UV-Beständigkeit, Schutz der Kabeleinführung und Wartungszugang.
Für Kommunikations- und Sicherheitsgeräte sollte die Funktionszuverlässigkeit enthalten sein. Ein korrosionsbeständiges Gehäuse ist nur wertvoll, wenn das Gerät nach langer Exposition weiterhin klare Audioqualität, stabile Stromversorgung, zuverlässige Signalisierung und wartbaren Feldbetrieb liefert.
Das beste korrosionsbeständige Design kombiniert Materialauswahl, Oberflächenschutz, Abdichtung, Entwässerung, Steckverbinderschutz und realistische Wartungsplanung.
FAQ
Kann Rost auf Edelstahl auftreten?
Ja. Edelstahl kann weiterhin Rostflecken oder Lochkorrosion zeigen, wenn er Chloriden, Verunreinigungen, schlechter Reinigung oder eingeschlossener Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Die richtige Sorte, Oberflächenbehandlung und Wartungsmethode sind wichtig.
Reicht Pulverbeschichtung für maritime Umgebungen aus?
Das hängt vom Beschichtungssystem, Grundmetall, der Oberflächenvorbereitung, Kantenabdeckung und Expositionsstärke ab. Maritime Umgebungen erfordern oft stärkeren Schutz, sorgfältige Auswahl der Befestigungen und regelmäßige Reinigung zur Entfernung von Salzablagerungen.
Warum korrodieren Kabelverschraubungen schneller als das Gehäuse?
Kabelverschraubungen können andere Materialien verwenden, mehr freiliegende Kanten haben oder Feuchtigkeit an Eintrittspunkten sammeln. Wenn Verschraubungsmaterial und Dichtringe nicht zur Umgebung passen, werden sie zu Schwachstellen.
Wie oft sollten Feldgeräte geprüft werden?
Die Prüfhäufigkeit hängt von der Expositionsstärke ab. Küsten-, Chemie-, Abwasser- und Schwerindustriestandorte benötigen meist häufigere Kontrollen als gewöhnliche Innenräume. Nach Stürmen, geänderten Waschprozessen oder Chemikalienverschüttungen kann eine zusätzliche Prüfung sinnvoll sein.
Beeinflusst Korrosionsbeständigkeit die elektrische Sicherheit?
Ja. Korrosion kann Erdungspunkte, Klemmen, leitfähige Wege, Kabeleinführungen und Gehäuseintegrität beeinträchtigen. Bei Elektro- und Kommunikationsgeräten unterstützt Korrosionskontrolle sowohl Zuverlässigkeit als auch Sicherheit.