RFC 2833 DTMF ist eines der am weitesten verbreiteten Verfahren zur Übertragung von Tastaturziffern in VoIP- und SIP-Kommunikationssystemen. Praktisch ermöglicht es Geräten, DTMF-Ereignisse wie 0–9, * und # zuverlässiger zu senden als die bloße Einbettung der Töne in den Audiostream. Dies ist bei realen Bereitstellungen von Bedeutung, da viele Telefondienste auf DTMF für die Benutzerinteraktion angewiesen sind – darunter IVR-Navigation, Zugriff auf die Voicemail, PIN-Eingabe, Fernsteuerbefehle, Konferenzbrücken, Callcenter-Menüs und automatisierte Dienstplattformen.
Obwohl nach wie vor häufig der Begriff „RFC2833 DTMF“ verwendet wird, gilt die RFC 4733 als aktueller technischer Standard, welche die RFC 2833 ersetzt, dabei aber das grundlegende Prinzip der Übertragung von Telefonereignissen in RTP-Paketen beibehält. Dennoch ist die alte Bezeichnung tief in Herstellerdokumentationen, PBX-Einstellungen, SIP-Leitungsparametern und dem alltäglichen Telefonie-Jargon verankert. Daher begegnen Ingenieure, Systemintegratoren und Telekommunikations-Einkäufern die Option „RFC2833“ nach wie vor häufig in Produktmenüs und Bereitstellungsanleitungen.
Für moderne IP-Telefonsysteme ist dieses Verfahren wichtig, da es die DTMF-Signalisierung vom komprimierten Sprachaudio trennt. Diese Trennung verringert das Risiko, dass Codecs, paketbasierte Sprachverarbeitung oder Transcodierung die Tastaturtöne verfälschen oder fehlerhaft interpretieren. Kurz gesagt ist die DTMF-Verarbeitung nach RFC 2833 beliebt, nicht wegen eines anderen Klangs, sondern aufgrund der höheren Zuverlässigkeit für Geräte, die Ziffern fehlerfrei erkennen müssen.
RFC 2833 DTMF wird in VoIP-Systemen weit verbreitet verwendet, um Tastaturereignisse zuverlässiger als herkömmliche In-Band-Durchsagetöne zu übermitteln.
Definition von RFC 2833 DTMF
Grunddefinition
RFC 2833 DTMF bezeichnet ein Verfahren zur Übertragung von Mehrfrequenzton-Signalisierung (DTMF) als RTP-Telefonereignisse, anstatt ausschließlich auf hörbare Töne im Hauptsprachstream zu setzen. Im praktischen Betrieb wird dies häufig als Außerband-DTMF-Verfahren bezeichnet: Die Ziffern werden getrennt vom komprimierten Sprachaudio übermittelt, verbleiben aber innerhalb der Echtzeit-Medienumgebung.
Dieser Ansatz ist besonders nützlich bei SIP- und VoIP-Systemen, da das empfangende Endgerät den Ton nicht allein über den Sprachpfad extrahieren muss. Stattdessen interpretiert es explizite Ereignisdaten zur gedrückten Taste. Dadurch wird die Vorhersehbarkeit der Tastatur-Signalisierung bei Codecs, Gateways, PBX, SIP-Leitungen und weiteren IP-Sprachkomponenten verbessert.
Warum der Begriff RFC2833 weiterhin verwendet wird
Obwohl die RFC 4733 die RFC 2833 offiziell abgelöst hat, nutzen viele Hersteller, Integratoren und Supportteams weiterhin die alte Abkürzung. Dies ist ein häufiges Phänomen in der Telekommunikation, bei dem alte Begriffe auch nach Einführung neuer Normen fortbestehen. Folglich kann ein IP-Telefon, Sprachgateway, SBC oder PBX eine Einstellung mit der Bezeichnung RFC2833 anbieten, auch wenn die Implementierung den neueren Telefonereignis-Standards entspricht.
Für technische Texte und Suchoptimierung ist es sinnvoll, beide Begriffe zu berücksichtigen: RFC 2833 als gebräuchlichen Suchbegriff und RFC 4733 als aktuellen technischen Referenzstandard.
In der praktischen VoIP-Umgebung bezeichnet „RFC2833 DTMF“ in der Regel die RTP-basierte Telefonereignis-Signalisierung für Tastaturziffern – auch wenn RFC 4733 der offizielle Nachfolger ist.
Funktionsweise von RFC 2833 DTMF
Ziffern als Telefonereignisse
Wenn ein Benutzer eine Taste an einem IP-Telefon, Softphone, einem über Gateway verbundenen analogen Telefon oder einem anderen Telefonie-Endgerät drückt, übermittelt das System nicht zwingend den tatsächlichen Mehrfrequenzton im Sprachdatenpaket. Stattdessen generiert es eine Telefonereignis-Meldung für die gedrückte Ziffer und übermittelt diese in RTP-Paketen. Das entfernte Gerät interpretiert das Ereignis und erkennt die gedrückte Taste.
Diese Unterscheidung ist das Kernprinzip von RFC 2833. Das empfangende Gerät muss die DTMF-Tonform nicht allein aus komprimiertem Sprachaudio erkennen, sondern verarbeitet ein explizites Ereignis – dies sorgt für höhere Stabilität in paketbasierten Sprachnetzen.
Getrennt vom codierten Sprachstream
Bei herkömmlicher SIP-Nutzung wird die RFC 2833-basierte DTMF-Verbindung während des Anrufaufbaus als RTP-Format für Telefonereignisse ausgehandelt. Der Sprachverkehr nutzt Codecs wie G.711, G.729, G.722 und weitere, während DTMF-Ereignisse über separat ausgehandelte RTP-Nutzlasten übermittelt werden. Daher gilt dieses Verfahren vielen komprimierten oder transcodierten Sprachumgebungen als überlegen gegenüber reinem In-Band-DTMF.
Der praktische Vorteil: Die Tastaturdaten sind nicht mehr darauf angewiesen, dass der Sprachcodec die exakten Toneigenschaften bewahrt. Das System übermittelt das Ziffernereignis direkt, statt darauf zu vertrauen, dass Töne nach Kompression, Jitterpufferung, Transcodierung oder Stilleunterdrückung weiterhin erkennbar bleiben.
Aushandlung während der Sitzung
In SIP-Umgebungen wird die Unterstützung dieses Verfahrens in der Regel während der Sitzungsaushandlung festgelegt. Endgeräte und Server teilen über SDP-Attribute mit, dass sie Telefonereignisse austauschen können – inklusive Nutzlasttyp und unterstützter Ereignisbereiche. Stimmen beide Seiten zu, erfolgt die DTMF-Übertragung über ausgehandelte Telefonereignisse statt vollständig innerhalb des Audiopfades.
Somit hängt die DTMF-Zuverlässigkeit nicht nur vom Endgerät ab, sondern von der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Telefonen, Gateways, PBX, SBC, Leitungen und Dienstanbietern. Fehlkonfigurationen auf einer Seite können auch bei aktiviertem RFC2833-Modus zu fehlenden oder doppelten Zifferneingaben führen.
Die RFC 2833-Signalisierung ermöglicht die separate Übertragung von Tastaturereignissen neben dem komprimierten Sprachpfad.
Audiovorteile von RFC 2833 DTMF
Höhere Stabilität bei komprimierten Codecs
Ein Hauptgrund für die Verbreitung von RFC 2833 ist die Anfälligkeit von In-Band-Tönen: Durch Kompression oder netzwerkbasierte Medienverarbeitung können diese verzerrt werden. Viele Codecs sind für menschliche Sprache optimiert und bewahren keine exakten Signaltöne. Dadurch können IVR-Systeme oder Voicemail-Server Ziffern falsch erkennen oder Eingaben komplett verfehlen.
Durch die separate Übermittlung reduziert RFC 2833 die Abhängigkeit von einem unveränderten Tonverlauf im Audiopfad. Es eignet sich daher besonders für Systeme mit Sprachkompression, Transcodierung oder bandbreitenbegrenzten Sprachleitungen.
Präzisere Geräteerkennung
Ein weiterer Vorteil ist die konsistente Erkennung durch automatisierte Systeme. IVR-Anlagen, Bezahlsysteme, Zugangsmenüs und Automatisierungsdienste benötigen vor allem die eindeutige Zifferninformation, nicht den hörbaren Ton. Die Übertragung nach RFC 2833 übermittelt diese Absicht direkt und verbessert damit die Genauigkeit unter realen Netzwerkbedingungen.
Betrieblich bedeutet dies weniger wiederholte Tasteneingaben, fehlgeschlagene Menüauswahlen und geringere Benutzerfrustration bei automatisierten Anrufabläufen.
Geringere Anfälligkeit für Sprachpfad-Verarbeitung
Moderne VoIP-Streams durchlaufen oft Echounterdrückung, Paketverlustausgleich, Jitterpufferung, Transcodierung, Stilleunterdrückung oder Breitband-/Schmalband-Umwandlung. Diese Maßnahmen verbessern die Gesprächsqualität, können aber In-Band-DTMF-Töne beeinträchtigen. Telefonereignis-Signalisierungen hingegen sind unanfälliger, da sie kein zusätzliches Audiosignal im Sprachstrom darstellen.
Aus diesem Grund ist RFC 2833 auch bei vorhandenen Alternativen weiterhin die Standard- oder bevorzugte DTMF-Option in vielen SIP-Bereitstellungen.
Der größte audiovorteil von RFC 2833 DTMF liegt nicht in einer besseren Klangqualität für Anrufer, sondern in einer zuverlässigeren Signalisierung für Geräte zur fehlerfreien Ziffernerkennung.
Technische Merkmale von RFC 2833 DTMF
RTP-basierte Ereignisübertragung
Ein zentrales technisches Merkmal ist die Übertragung von DTMF-Daten als RTP-Telefonereignisse. Dadurch verbleibt die Signalisierung nahe der Medienebene und wird nicht vollständig in separate SIP-Nachrichten ausgelagert. Sie fügt sich nahtlos in Echtzeit-Sprachsitzungen ein und wird flächendeckend von IP-Telefonen, Gateways, PBX, SBC und Medienservern unterstützt.
Als Teil der Medienverarbeitung funktioniert sie effizient in allen Systemen, die bereits RTP-Streams für die Sprachkommunikation verwalten.
Telefonereignis-Aushandlung via SDP
Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die SDP-basierte Sitzungsaushandlung. Beim Anrufaufbau teilen Systeme ihre Unterstützung für Telefonereignisse mit und legen Regeln für die Nutzlasttypen und unterstützten Ereignisse fest. Dadurch wird klar definiert, ob DTMF über RTP-Ereignisse oder ausschließlich als hörbare Töne im Codec-Stream übermittelt wird.
Eine erfolgreiche Aushandlung verhindert Unklarheiten. Erwartet eine Seite RFC 2833-Ereignisse, während die andere nur In-Band-Töne oder SIP INFO-Nachrichten sendet, kommt es trotz funktionierender Sprachverbindung zu DTMF-Fehlern.
Kompatibilität mit Gateway-Umgebungen
RFC 2833 ist besonders relevant bei Analog-zu-IP- oder TDM-zu-IP-Gateways. Ein Gateway erkennt DTMF-Töne aus klassischen Telefonleitungen und wandelt diese in Telefonereignisse für die IP-Seite um. Dies gewährleistet die Kompatibilität älterer Telefoniegeräte mit modernen SIP-Infrastrukturen.
Daher enthalten Gateways, ATA-Geräte, Medienschnittstellen und SBC stets DTMF-Interoperabilitätseinstellungen zur Umwandlung zwischen In-Band-Tönen, RFC2833-Ereignissen und SIP INFO – je nach Anforderung des entfernten Systems.
Unterstützung erweiterter Telefonereignisse
Ursprünglich waren RFC 2833 und seine Nachfolgenormen nicht nur auf einfache Tastaturziffern beschränkt. Das RTP-Nutzlastkonzept deckt weitere Telefonie-Ereignisse und zugehörige Signalisierungsfälle ab. In der Praxis wird der Begriff jedoch hauptsächlich für die klassische DTMF-Ziffernübertragung verwendet – dem häufigsten Anwendungsfall in Sprachanwendungen.
Für Betreiber und Einkäufer liegt der praktische Nutzer in einem gerätelesbaren Ereignisformat für Telefonie, nicht nur der Übertragung hörbarer Töne während eines Anrufs.
RFC 2833 vs. In-Band-DTMF vs. SIP INFO
In VoIP-Systemen gibt es mehrere DTMF-Übertragungsverfahren mit jeweiligen Vor- und Nachteilen. In-Band-DTMF übermittelt Töne im Sprachstream, RFC 2833 nutzt separate RTP-Telefonereignisse im Rahmen der Mediensitzung, während SIP INFO Ziffern über SIP-Signalisierungsnachrichten übermittelt. Das Verständnis dieser Unterschiede ist wichtig, da Interoperabilitätsprobleme meist durch abweichende DTMF-Verfahren statt durch allgemeine Anrufstörungen entstehen.
| Verfahren | Ziffernübertragung | Hauptvorteil | Haupteinschränkung |
|---|---|---|---|
| In-Band | Hörbare Töne im Sprachcodec-Stream | Einfache Umsetzung bei reinen Audiopfaden | Anfällig für Kompression, Transcodierung und Medienverarbeitung |
| RFC 2833 / RFC 4733 | RTP-Telefonereignisse zur Mediensitzung | Breite Unterstützung und hohe Zuverlässigkeit in VoIP-Umgebungen | Erfordert korrekte Aushandlung und Zusammenarbeit der Geräte |
| SIP INFO | Ziffern in SIP-Signalisierungsnachrichten | Unabhängig vom Audiostream | Nicht durchgehend leitungsübergreifend unterstützt oder bevorzugt |
In vielen Bereitstellungen stellt RFC 2833 den optimalen Kompromiss dar: Es ist für die Geräteerkennung ausgelegt, bleibt nah am Medienpfad und wird flächendeckend von VoIP-Geräten unterstützt. Dennoch hängt die beste Wahl von Anbieteranforderungen, Endgeräteunterstützung, SBC-Verhalten, PBX-Richtlinien und Gateway-Anforderungen ab.
Viele DTMF-Störungen entstehen nicht durch die Ziffern selbst, sondern dadurch, dass beide Anrufseiten abweichende DTMF-Verfahren verwenden.
Anwendungsbereiche von RFC 2833 DTMF
Interaktive Sprachsysteme (IVR) und automatisierte Menüs
IVR-Systeme gehören zu den häufigsten Anwendungsfällen. Anrufer wählen Abteilungen, geben Kundennummern ein oder navigieren über Zifferneingaben durch automatisierte Dienste. Da die korrekte IVR-Erkennung geschäftskritisch ist, bevorzugen viele Systeme die RFC 2833-Übertragung gegenüber reinen In-Band-Tönen – insbesondere bei SIP-Leitungen und Provideranbindungen.
Dies ist besonders wichtig, wenn Anrufe mehrere Plattformen durchlaufen oder zwischen verschiedenen Codecs wechseln, bevor sie das IVR-System erreichen.
Voicemail und einheitliche Nachrichtenverwaltung
Der Zugriff auf die Voicemail erfordert DTMF für PIN-Eingaben, Wiedergabesteuerung und Postfachverwaltung. Fehlende oder doppelte Zifferneingaben beeinträchtigen die Benutzererfahrung erheblich. RFC 2833 sorgt für konsistente Eingaben, wenn Anrufe über IP-Telefone, Gateways, PBX und Sprachserver zum Postfach geleitet werden.
Für Unternehmensnutzer bedeutet dies weniger fehlgeschlagene Anmeldungen und eine flüssigere Navigation bei automatischen Ansagen.
Contact Center und Kundenservice
Contact Center nutzen DTMF häufig für Warteschlangennavigation, Selbstbedienungsmenüs, Anrufweiterleitung, Identitätsabfrage und die Integration mit CRM- oder Bezahlsystemen. Die DTMF-Zuverlässigkeit beeinflusst sowohl die Kundenerfahrung als auch die betriebliche Effizienz – daher ist RFC 2833 in SIP-Leitungen und Medien-Gateways von Callcentern weit verbreitet.
Bereits eine fehlende Zifferneingabe kann Anrufer in die falsche Warteschlange lenken oder Bezahlvorgänge unterbrechen; eine stabile Telefonereignis-Verarbeitung ist daher betrieblich unerlässlich.
RFC 2833 DTMF wird weit verbreitet in IVR-Systemen, Voicemail-Plattformen, SIP-Leitungen, Gateways und Kundenserviceanwendungen eingesetzt.
SIP-Leitungen, PBX und SBC-Zusammenarbeit
Dienstanbieter, Unternehmens-PBX und Sitzungsgrenzcontroller (SBC) nutzen RFC 2833 als übergreifenden Standard für SIP-Leitungen. Dadurch wird eine vorhersehbare Ziffernübertragung sichergestellt – auch bei komprimiertem Sprachverkehr oder mehreren Medienknoten im Anrufverlauf.
Gleichzeitig zeigt sich hier die Bedeutung korrekter Konfigurationen: Eine Leitung mit aktiviertem RFC2833, ein Gateway im SIP INFO-Modus oder Telefone mit In-Band-Übertragung führen umgehend zu DTMF-Störungen.
Migrationsprojekte analoger Systeme zu IP
Unternehmen bei der Umstellung von analogen oder TDM-basierten Telefonanlagen auf IP-Telefonie nutzen Gateways und ATA-Geräte, um Funktionen wie die Tastaturinteraktion mit IVR und Voicemail zu erhalten. RFC 2833 ist hier unverzichtbar: Das Gateway wandelt analoge Toneingaben in SIP-kompatible Telefonereignisse um.
Dadurch entsteht eine nahtlose Verbindung zwischen alten Endgeräten und moderner IP-Kommunikation, ohne dass die gesamte Signalisierung auf Audiotöne angewiesen ist.
Vorteile von RFC 2833 DTMF in VoIP-Systemen
Höhere signaltechnische Zuverlässigkeit im Netzwerk
Der größte Vorteil ist die stabile Übertragung von Tastaturziffern in paketbasierten Sprachnetzen. Statt auf die unveränderte Tonqualität im Sprachpfad zu vertrauen, werden explizite Ereignisdaten ausgetauscht. Dies sorgt für ein konsistentes Verhalten bei unterschiedlichen Anbietern, Leitungen, Codecs und herstellerübergreifenden Systemen.
Für Ingenieure bedeutet dies weniger unerklärliche IVR-Störungen und weniger Zeitaufwand bei der Fehlersuche bei tonbedingten Erkennungsproblemen.
Ausgewogenes Verhältnis von Kompatibilität und Leistung
RFC 2833 etablierte sich als praktische Zwischenlösung: Es ist stabiler als reine In-Band-Übertragungen, bleibt aber an die Mediensitzung gebunden und vermeidet die ausschließliche Nutzung separater SIP-Signalisierungen. Diese Balance macht es zum Standard in nahezu allen professionellen Sprachplattformen.
Auch wenn hinter den Kulissen bereits die aktualisierte RFC 4733 gilt, behalten fast alle Hersteller die Bezeichnung RFC2833 in ihren Benutzeroberflächen bei.
Eignung für gemischte Systemumgebungen
Viele reale Infrastrukturen sind gemischt aus SIP-Telefonen, analogen Endgeräten, IPBX, SBC, Gateways, IVR, Cloud-Leitungen und Altsystemen aufgebaut. In diesen Umgebungen verbessert RFC 2833 die reibungslose Zusammenarbeit aller Komponenten – insbesondere bei Transcodierung oder Anbieterübergängen.
Es eignet sich gleichermaßen für große Betreibernetze, Unternehmensanlagen und kleine mittelständische Sprachnetze.
Häufige technische Herausforderungen
Abweichende Sitzungsaushandlung
Das häufigste Problem entsteht, wenn beide Anrufseiten unterschiedliche DTMF-Verfahren verwenden. Ist ein Gerät auf RFC2833 konfiguriert, während die Gegenseite SIP INFO oder In-Band-Töne erwartet, funktioniert die Sprachverbindung einwandfrei, die DTMF-Eingaben hingegen nur eingeschränkt oder gar nicht.
Daher beginnt die DTMF-Fehlerbehebung stets mit der Überprüfung der Signalisierungsaushandlung, Leitungsprofile, PBX-Einstellungen und SBC-Regeln – nicht nur der Audioqualität.
Grenzfälle bei Transcodierung und Zusammenarbeit
Obwohl RFC 2833 grundsätzlich robust ist, können bei der Umsetzung durch Gateways Grenzfälle auftreten: Ungenaue Tonerkennung, unbeabsichtigte Tonüberlagerungen im Sprachstrom oder herstellerbedingte Abweichungen führen zu doppelten oder intermittierenden Zifferneingaben.
Gut konzipierte Medien-Gateways und SBC sind daher unerlässlich, um unterschiedliche DTMF-Verfahren reibungslos miteinander zu verbinden.
Verwechslung von RFC2833 und RFC4733
Eine weitere häufige Unsicherheit liegt in der Begriffsnutzung. Viele Benutzeroberflächen zeigen RFC2833 an, während technische Dokumente auf RFC 4733 verweisen. Im alltäglichen Betrieb bestehen kaum Unterschiede, dennoch sollten Ingenieure das herstellerspezifische Verhalten neuer Plattformen prüfen – insbesondere bei erweiterten Taktraten oder detaillierter Telefonereignis-Aushandlung.
Eine klare Begriffstrennung vermeidet Verwechslungen bei der Fehlersuche, Herstellerauswahl und SIP-Verbindungsplanung.
Funktioniert der Anruf, aber scheitern IVR-Eingaben? Das Problem liegt selten in der allgemeinen Anrufqualität, sondern meist bei abweichenden DTMF-Verfahren, fehlgeschlagener Aushandlung oder unzureichender Gerätezusammenarbeit.
Fazit
RFC 2833 DTMF ist ein etabliertes VoIP-Verfahren zur Übertragung von Tastaturereignissen als RTP-basierte Telefonereignisse – getrennt vom komprimierten Sprachstream. Sein zentraler Nutzen liegt in der verbesserten Signalisierungszuverlässigkeit: Durch die Trennung von DTMF und verarbeitetem Sprachaudio werden Eingaben bei IVR, Voicemail, Leitungen, Gateways und PBX präziser erkannt.
Obwohl RFC 4733 die RFC 2833 offiziell abgelöst hat, ist die alte Bezeichnung weiterhin fest in der Telefonie-Praxis verankert. Ingenieure konfigurieren täglich RFC2833 an IP-Telefonen, Gateways, SIP-Leitungen und SBC. Betrieblich beschreibt der Begriff die gleiche gerätelesbare Telefonereignis-Signalisierung, die in vielen VoIP-Umgebungen zuverlässiger als herkömmliche In-Band-Töne arbeitet.
Für Unternehmen mit SIP-Systemen ist das Verständnis von RFC 2833 DTMF unerlässlich. Es beeinflusst die IVR-Genauigkeit, den Voicemail-Zugriff, die Leitungszusammenarbeit, Gateway-Migrationen und die allgemeine Benutzererfahrung bei automatisierten Anrufabläufen. Kurz gesagt handelt es sich um eine kleine technische Einstellung mit großer betrieblicher Wirkung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist RFC 2833 DTMF?
RFC 2833 DTMF ist ein Verfahren zur Übertragung von Tastaturziffern als RTP-Telefonereignisse, statt ausschließlich hörbare Töne im Sprachstream zu nutzen.
Ist RFC 2833 noch aktuell?
RFC 2833 ist technisch durch RFC 4733 abgelöst, wird aber nach wie vor als branchenüblicher Begriff und Geräteeinstellung verwendet.
Warum ist RFC 2833 besser als In-Band-DTMF?
Es reduziert die Abhängigkeit von unveränderten Tonstrukturen im Sprachcodec und verbessert die Geräteerkennung bei komprimierten, transcodierten oder bearbeiteten Sprachverbindungen.
Ist RFC 2833 identisch mit SIP INFO?
Nein. RFC 2833 nutzt mediengebundene RTP-Telefonereignisse, während SIP INFO Ziffern über separate SIP-Signalisierungsnachrichten übermittelt.
Wo wird RFC 2833 DTMF verwendet?
Es kommt bei SIP-Leitungen, PBX, SBC, Gateways, IVR-Systemen, Voicemail-Plattformen, Contact Centern und Telekom-Migrationsprojekten zum Einsatz.
Kann RFC 2833 DTMF fehlerhaft sein?
Ja. Probleme entstehen durch fehlerhafte Aushandlung, Gateway-Inkompatibilitäten, abweichende Anbieterstandards oder uneinheitliche Einstellungen an unterschiedlichen Anrufabschnitten.
Warum verwenden Hersteller weiterhin den Begriff RFC2833?
Da RFC 2833 sich früh als gängiger Telekom-Begriff etabliert hat und Benutzeroberflächen sowie betriebliche Gewohnheiten die Bezeichnung auch nach Veröffentlichung von RFC 4733 beibehalten haben.